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fvw Workshop Griechenland

Hellas setzt sich wieder in Szene

Trotz der Schuldenkrise: Griechenlands Tourismuswirtschaft packt die Wende an und will in Deutschland punkten. Rhodos und Kos warben beim fvw-Workshop mit sprichwörtlicher Gastfreundschaft um Vertrauen.

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Der Himmel reißt auf, die Sonne kommt heraus. Dumpfe Trommelschläge. Dann steigen weiß gekleidete Frauen die Treppen herab. Flötenklänge und der Duft von
Thymian und Kamille wehen durch den Asklepeion-Tempel auf Kos. Stille, die der auf Griechisch vorgetragene Eid des Hippokrates unterbricht. Dort, wo der Vater der modernen Medizin wirkte, kribbelt Gänsehaut bei manchen der 30 Reisebüro-Verkäufer. „Die Antike wurde lebendig, das war Griechenland zum Anfassen.“ So hat Sigrid Lindebner von Sommerwind-Reisen den mystischen Zauber der Inszenierung empfunden.

Griechenlands Chancen diskutierten (von links) Joachim Seip (Thomas Cook), Katja Kalle (FTI), Andrea Nordmann (Alltours), Petra Ibanidis (Attika Reisen) und Stefan Baumert (TUI). Rechts Moderator Klaus Hildebrandt von der fvw.
Foto: Christian Stelling

Derweil wäre den Griechen ein wenig Zauberei wohl recht. Ein ganzes Land sucht Heilung, durchgeschüttelt von den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Milliardenschulden, Korruption und Sparzwänge beherrschen die Schlagzeilen. Aber dagegen ist noch kein Kraut gewachsen.


Im Tourismus jedenfalls scheint Hellas seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Und das tut not: Als einziges bedeutendes Urlaubsland hat Griechenland zwischen 2005 und 2010 Gäste verloren. An dem stellvertretenden Bürgermeister von Kos, Yoannis Balabis, kann es nicht liegen. Küsschen rechts, Küsschen links, jeden Workshop-Teilnehmer begrüßt er persönlich. Wir sind im Hof eines als Museum gestalteten traditionellen Hauses im Dörfchen Antimachia. Er kann kaum stillhalten, als eine Kindergruppe in Tracht traditionelle Tänze aufführt, würde am liebsten gleich mittanzen. Damit nicht genug, sämtliche Workshop-Teilnehmer werden mit handbemalten Tassen einer Schulklasse beschenkt, eigenhändig verteilt von Balabis. Balabis lässt es sich nicht nehmen, die Reisebüro-Gruppe nach dem Mittagsmahl auf einem Weingut per Küsschen wieder zu verabschieden. Schließlich sollen die Expedienten zu Botschaftern für Kos werden. So einfach, so wirkungsvoll.

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fvw Workshop in Griechenland

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„Es ist fünf vor zwölf“, mahnt Yiannis Retsos, Chef der griechischen Hotelvereinigung. Er will die Chance betonen, die in der Krise liegt. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, das Land neu zu definieren.“ Retsos schlägt die Gründung einer Gesellschaft vor, die zur Hälfte privat organisiert ist und die langfristiger planen könne als eine rein staatliche. Außerdem fordert er eine Online-Plattform für ganz Griechenland. Mehr das große Ganze hat Georgios Nikidiadis im Blick. Der stellvertretende
Minister für Kultur und Tourismus möchte „Schritt für Schritt Richtung Erfolgskurs“ gehen. Dazu reduziert er die Mehrwertsteuer für Hotels, streicht Flughafengebühren und fordert eine stärkere Kooperation staatlicher und privater Stellen. Passagierabhängige Kostensenkungen wären wirksamer, wendet TUIfly-Chef Dieter Nirschl ein, da die Flughafengebühr nur ein Zehntel der gesamten Kosten einer Urlaubsreise ausmache.

 
 
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