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Dubai

Dubai für jedermann

Das teuerste Hotel, der größte Airport, das höchste Hochhaus – Dubai lechzt nach Superlativen. Die Krise beschert deutschen Veranstaltern sinkende Preise. Wie nutzen Reisebüros diese Chance? Der fvw-Workshop gibt Antworten.

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Der Burj Khalifa , satte 828 Meter hoch, war beliebtes Fotomotiv für die Teilnehmer des fvw-Workshops.
Foto: Christian Stelling

Bugattis, Ferraris, Lamborghinis. Die Nobelkarossen stoppen im 30-Sekundentakt vor dem Hotelfoyer. Pagen öffnen die Türen. Männer mit offenen Hemden und großen Sonnenbrillen steigen aus, an ihrer Seite Frauen mit Absätzen dünn wie Bleistifte. Bedienstete schleppen Koffer hinterher. In der Lobby des Atlantis stehen sich Besucher aus aller Welt auf den Füßen. Araber, Briten, Chinesen, Deutsche wollen Dubais Hotelattraktion auf der künstlichen Insel The Palm anschauen.

Ein Samstagabend im Februar. Die Welt steckt noch immer in der größten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren. Und Dubai? Amüsiert sich, feiert und konsumiert, als gäbe es kein Morgen.

Unter den Besuchern im Atlantis sind auch 40 Reisebüro-Verkäufer und Manager von Veranstaltern aus Deutschland, Teilnehmer des fvw-Workshops, der gemeinsam mit Dubais Tourismusbüro DTCM organisiert wurde. Viele von ihnen sind zum ersten Mal in der Stadt. Wie Jan-Ole Potinius von Siewer Jet-Tours, bislang Südamerika-Spezialist. Seit heute Dubai-Fan: „Ich bin sprachlos und begeistert angesichts der ganzen Superlative.“

Das Atlantis mit dem angeschlossenen Wasserpark ist die größte Attraktion des Nahen Ostens. Auch ein Grund, warum es hier heute zugeht wie am Frankfurter Flughafen zu Ferienbeginn. Einige Besucher können sich vielleicht auch eine Übernachtung leisten: für 400 Euro im Standardzimmer. Eine Nacht in der Unterwassersuite mit Blick auf 65.000 Fische und einen Walhai gibt’s ab 5700 Euro, die 965 Quadratmeter große Bridge Suite für 18.000 Euro.

Bei vielen Veranstaltern herrscht Goldgräberstimmung. „Dubai ist ein Wachstumsmarkt, die sind rar geworden in der Touristik“, sagt Jasmin Taylor, Gründerin von JT Touristik. Hier sei tatsächlich „alles Gold, was glänzt“. Reiseverkäufer Potinius weiß nach drei Tagen: „Größtes, höchstes, schnellstes, teuerstes – diese Superlative dürfen in keinem Beratungsgespräch über Dubai fehlen.“

Fürs eigene Album: Christina Wüstefeld fotografiert das Burj al Arab.
Foto: Christian Stelling

Dubai ist süchtig nach Superlativen. Mit dem Atlantis steht hier das teuerste Hotel, Anfang des Jahres eröffnete mit dem 828 Meter hohen Burj Khalifa das höchste Haus. Und irgendwann einmal sollen Touristen auf dem größten Flughafen der Welt landen, wenn sie in Dubai Urlaub machen. Ausgedacht hat sich das alles Scheich Mohammed Ibn Raschid Al Maktum. Er ist Emir von Dubai, und schläft wahrscheinlich mit dem Guinnessbuch der Rekorde unterm Kopfkissen ein. „Scheich Mo“ nenne ihn die Menschen in Dubai. Und der Scheich hat einen Masterplan. Er verwandelt seine Stadt in einen Brückenkopf zwischen Europa und Asien. Verspricht seinen Untertanen eine goldene Zukunft. Seine Rechnung: Hotels + Einkaufszentren + architektonische Highlights = viele Besucher. Schon heute fliegen 130 Airlines aus 200 Destinationen die Stadt am Persischen Golf an. Rosige Aussichten.

Seit einem Jahr allerdings spürt auch Dubai die Krise. Auch wenn man das angesichts des Besucherauftriebs an diesem Abend im Atlantis kaum glauben mag. Den Bauboom hat der Abschwung schon gebremst. Viele Baustellen sind verwaist, Kräne stehen still. Dazu kommen die ungelösten Schuldenprobleme des Emirats. Und die lassen sogar Mara Kaselitz, Chefin des DTCM in Frankfurt, manchmal ratlos zurück. Seit 19 Jahren macht und tut sie alles für „ihr Baby“. Doch Dubai stecke wohl gerade „mitten in der Pubertät“, sagt sie. Und Pubertierende können nicht gut mit Geld umgehen.

Dazu kommt, dass auch die Zahl der Touristen im vergangenen Jahr zurückging. Nur, und das ist eine der guten Nachrichten für die Touristiker während des fvw-Workshops, aus Deutschland kamen mehr Urlauber. Rund zehn Prozent immerhin. Auch wenn rund 250.000 Urlauber pro Jahr noch viel Luft nach oben lassen. In die Türkei fahren jedes Jahr 4,5 Mill. Deutsche. Doch Dubai nennt sich schließlich nicht ohne Grund das „Übermorgenland“.

 
 
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