Zahlungsunfähigkeit

Firmen drohen Rückforderungen aus Unister-Pleite

Als die Firmenschilder noch glänzten, war schon längst nicht mehr alles in Ordnung im Leipziger Barfußgässchen.
Unister
Als die Firmenschilder noch glänzten, war schon längst nicht mehr alles in Ordnung im Leipziger Barfußgässchen.

Viele Verträge der Unister-Gesellschaften sind offenbar geschlossen worden, nachdem bereits die faktische Überschuldung vorgelegen haben. Dies führt nun wohl dazu, dass der Insolvenz-Verwalter von vielen einstigen Geschäftspartnern Geld zurück verlangt.

Der Insolvenz-Verwalter des Leipziger Internet-Unternehmens Unister will nach Informationen der „Bild am Sonntag“ mehr als 100 Mio. Euro von Google zurückfordern. Damit würden Geschäfte von Unister zwischen Zahlungsunfähigkeit und Insolvenz-Antrag angefochten. Es gebe gerichtsfeste Belege, dass Unister bereits 2014 zahlungsunfähig war, den Insolvenz-Antrag aber bis 2016 verschleppte. Laut „BamS“ könnten auch TV-Sender wegen Geldern für Unister-Werbe-Spots sowie einige Reiseveranstalter von den Rückforderungen betroffen sein.

Ein Sprecher des Insolvenz-Verwalters wollte sich dazu nicht äußern. Dieser sei aber verpflichtet, alle Zahlungen nach der faktischen Insolvenz zurückzufordern sowie Anfechtungsansprüche und Forderungen geltend zu machen. Bei Unister habe dieser Zeitpunkt deutlich vor Abgabe des Insolvenz-Antrags gelegen.

Alle Vermögensgegenstände seien bewertet und alle Firmen bis auf ein kleines Unternehmen veräußert, sagte der Sprecher. Aber auch für die Online-Werbeplattform Ad Up gebe es bereits einen potenziellen Investor.

Zahlreiche Unister-Gesellschaften hatten nach dem Tod des Gründers Thomas Wagner bei einem Flugzeugabsturz im Sommer 2016 in Slowenien Insolvenz angemeldet. (dpa)


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