Thomas-Cook-Pleite

Bund nennt neue Zahl der Cook-Geschädigten

Rund eine halbe Million geschädigte Urlauber: Thomas-Cook-Zentrale in Oberursel.
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Rund eine halbe Million geschädigte Urlauber: Thomas-Cook-Zentrale in Oberursel.

500.000 Urlauber bangen aufgrund der Insolvenzen der deutschen Thomas Cook und von Tour Vital um ihr Reisegeld. Sie hatten im Rahmen von 200.000 Buchungen An- oder Vollzahlungen geleistet.

Diese neuen Zahlen nennt die Bundesregierung in einem Bericht für die Sitzungen des Tourismusausschusses und weiterer mit dem Thema befasster Ausschüsse des Bundestags, die am Mittwoch stattgefunden haben. Sowohl die deutsche Thomas Cook wie auch der ebenfalls insolvente Spezialveranstalter Tour Vital hatten von Kunden geleistete Zahlungen über die Zurich Gruppe abgesichert.
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Anfang Dezember waren die Insolvenzverwalter der deutschen Thomas-Cook noch von 525.000 betroffenen Urlaubern ausgegangen, deren Reise aufgrund der Insolvenz nicht mehr durchgeführt werden konnten. Diese Zahl wurde nun auf etwas weniger als 500.000 Reisegäste nach unten korrigiert, wie ein Sprecher der Insolvenzverwalter der fvw bestätigte.

Kurz nach der Insolvenz von Thomas Cook Deutschland am 25. September war sogar von 660.000 Buchungen (statt Reisegästen) die Rede gewesen – eine Zahl, die sich nun als viel zu hoch angesetzt erwiesen hat. Mit 200.000 Buchungen, auf die sich die 500.000 Reisegäste verteilten, hat die Bundesregierung nun erstmals auch eine konkrete Angaben zu den betroffenen Buchungen gemacht.

Die deutsche Thomas Cook und ihre Veranstalter-Marken von Bucher über Neckermann bis Öger hatten nach und nach alle gebuchten Reisen abgesagt. Auch die Reisen von Tour Vital wurden gestrichen. Bei den knapp 500.000 Betroffenen, die voll oder ganz bezahlt haben, deren Reise aber nicht mehr durchgeführt werden konnte, handelt es sich ganz überwiegend um Pauschalurlauber.

Im Gegensatz zu Individualreisenden stehen sie unter besonderem Schutz und können über den Reisesicherungsschein Ansprüche auf Erstattung beim Cook- und Tour-Vital-Absicherer Zurich geltend machen. Weil die vereinbarte Haftungssumme von 110 Mio. Euro nicht aussreicht, plant Zurich anteilig 17,5 Prozent der Kosten zu erstatten.

Hierzu müssen Betroffene ihre Forderungen bei dem von Zurich beauftragten Dienstleister Kaera geltend machen. Die Bundesregierung hat zudem versprochen, einzuspringen und die Differenz auszugleichen. Die genauen Bedingungen der Auszahlung sollen aber erst Anfang 2020 bekannt gegeben werden.
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