Rügen

Prora-Investor meldet Insolvenz an

In Prora auf Rügen wollten einst die Nazis eine gigantische Ferienanlage bauen. Seit einigen Jahren läuft die Sanierung. Nun hat der Investor des ersten Gebäudeblocks Insolvenz angemeldet.

Der Inhaber von Block 1 des riesigen Proraer Gebäudekomplexes bei Binz auf der Insel Rügen hat Insolvenz angemeldet. Der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens der Wohnen in Prora Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG wurde durch das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg bekanntgegeben. Zunächst hatte die „Ostsee-Zeitung“ darüber berichtet.

Geschäftsführerin Iris Hegerich für die Deutsche Presse-Agentur zunächst nicht zu erreichen. Ihre Firma wollte den etwa 450 Meter langen Gebäudeteil sanieren und 280 Eigentumswohnungen bauen. Nach dem Bericht der Zeitung sollen die Arbeiten bereits zu 90 Prozent abgeschlossen und fast alle der Wohnungen verkauft worden sein. Dennoch sei das Bankdarlehen für die Firma nicht verlängert worden. Wie es mit dem Projekt nun weiter gehen soll, blieb ebenfalls zunächst unklar.

Investor von Block 2, Ulrich Busch, versuchte unterdessen zu beschwichtigen. „Die Gesamtentwicklung hier wird das nicht aufhalten. In allen Blöcken ist bereits sehr viel passiert und das wird so weitergehen“, sagte er der „Ostsee-Zeitung“. Die Gemeinde Binz rechne damit, dass die Sanierung aller Blöcke bis 2022 abgeschlossen ist, hieß es.

In Prora bauten die Nationalsozialisten einen gigantischen, 4,5 Kilometer langen Häuserblock als „KdF-Seebad“. Vier der fünf Blöcke sind in den vergangenen Jahren an Investoren verkauft worden. Für den letzten Block soll im Oktober die Entscheidung fallen, wer von zwei Bietern den Zuschlag erhält. (dpa/HD)

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