Reiseziele verschieben sich

Supersommer belastet das Last-Minute-Geschäft

Nicht nur Thomas Cook hat in diesem Sommer mit einem schwachen Pauschalreise-Geschäft zu kämpfen. Auch andere Veranstalter berichten. Die Hitze über Europa lässt viele Kunden zögern.

Urlaub auf Balkonien oder an der Ostsee statt in Spanien: Der Supersommer in Deutschland hinterlässt derzeit Spuren im Last-Minute-Geschäft von Reiseveranstaltern. Thomas Cook hatte jüngst bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen von Belastungen berichtet. Die Hitze sorge für verzögerte Buchungseingänge. Viele Kunden entschieden sich, die aktuellen Rekordtemperaturen zu Hause zu genießen. „Es gibt eine leichte Delle bei Last-Minute-Buchungen“, sagte eine Alltours-Sprecherin auf Anfrage. Zugleich verschöben sich die Reiseziele, etwa Nordsee statt Mallorca.

Auch FTI geht von Auswirkungen des Wetters auf das Buchungsverhalten aus. Diese ließen sich allerdings nicht ohne weiteres beziffern. „Nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft stieg die Buchungsnachfrage wieder unmittelbar an und hat uns einen Rekord-Juli im Last-Minute-Bereich beschert.“ FTI berichtete von einer aktuell sehr starken Nachfrage nach Reisen im Inland und nach Zielen, bei denen Urlauber die Anreise selbst organisieren, zum Beispiel Norditalien.

Kurzentschlossene neigen nach Erkenntnissen der GfK-Konsumforscher in heißen Sommern eher zu Ferien im eigenen Land. „Unser regelmäßiges Konsumenten-Panel zeigt, dass in Jahren mit besonders schönem Sommerwetter in Deutschland der Trend etwas nach oben zeigt, Urlaub im eigenen Land zu machen“, sagte GfK-Tourismusexperte Roland Gaßner. „Es ist vorstellbar, dass dieser Sommer für das Last-Minute-Geschäft in Richtung Mittelmeer nicht so erfolgreich wird“.

Insgesamt rechnet Gaßner aber damit, dass 2018 eines der Topjahre für die Tourismusbranche sowohl im Inland als auch im klassischen Veranstaltergeschäft wird. Nach GfK-Daten stieg der Buchungsumsatz bei klassischen Reisebüros, Onlineportalen der Veranstalter und bestimmten Internet-Portalen für das wichtige Sommergeschäft bis Ende Juni um insgesamt 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. (dpa)

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