Insolvenz-Folgen

Air-Berlin-Mitarbeiter bangen um Gehälter

Die Stimmung in der Zentrale von Air Berlin dürfte den absoluten Tiefpunkt erreicht haben.
Ralf Roletschek/commons.wikimedia, GFDL 1.2
Die Stimmung in der Zentrale von Air Berlin dürfte den absoluten Tiefpunkt erreicht haben.

Gut eine Woche nach Eröffnung des Insolvenz-Verfahrens für Air Berlin ist unklar, ob alle Mitarbeiter ihre Gehälter weiter ausgezahlt bekommen.

„Ob wir die Ansprüche am Ende des Verfahrens ganz oder teilweise bedienen können, lässt sich noch nicht sicher sagen“, sagte der Sachwalter der Air-Berlin-Gläubiger, Lucas Flöther, der „Süddeutschen Zeitung“. Das könne den Mitarbeitern nicht garantiert werden.

Diese Lohnforderungen seien der Hauptgrund dafür gewesen, dass er die sogenannte drohende Masseunzulänglichkeit beim Insolvenz-Gericht angezeigt habe, sagte Flöther und erläuterte: „Das heißt, dass die Erlöse aus dem Verkauf der Teile von Air Berlin wahrscheinlich nicht reichen werden, diese Löhne zu bezahlen.“

Es werde Jahre dauern, bis das Verfahren abgeschlossen sei, erklärte der Sachwalter. „Erst muss das Geld aus den Verkäufen bei uns ankommen. Außerdem müssen wir weitere Ansprüche wohl erst vor Gericht durchsetzen.“

Air Berlin war nach Lufthansa seit dem Jahr 2003 die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft. Mit 1,5 Mrd. Euro verschuldet musste Air Berlin Mitte August Insolvenz anmelden. Der Flugbetrieb konnte dank eines Überbrückungskredites des Bundes über 150 Mio. Euro bis Ende Oktober aufrechterhalten werden.

„Nach unseren Berechnungen gehen wird davon aus, das Geld vollständig zurückzahlen zu können“, erklärte Flöther. Das Darlehen laufe zum Jahresende aus. „Wir müssen sehen, ob bis dahin die Erlöse aus den Verkäufen überwiesen sind. Das sehe ich aber entspannt: Erst wenn Geld da ist, können wir zahlen.“ (dpa)


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