Hoffen bei Air Berlin

Letzter Versuch für eine Auffanggesellschaft

Viele Mitarbeiter in der Air-Berlin-Zentrale wollen wissen, ob es zu einer Transfergesellschaft kommt.
Ralf Roletschek/commons.wikimedia, GFDL 1.2
Viele Mitarbeiter in der Air-Berlin-Zentrale wollen wissen, ob es zu einer Transfergesellschaft kommt.

Tausenden Mitarbeitern von Air Berlin droht die Kündigung. Das Land Berlin dringt daher weiter auf eine Transfergesellschaft. An diesem Mittwoch soll es weitere Beratungen geben.

Kurz vor dem Ende von Air Berlin wird ein letzter Versuch unternommen, um Tausende Mitarbeiter vor der Kündigung zu bewahren. An diesem Mittwoch wollen sich Vertreter von Berlin, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Arbeitsagentur und dem Bundeskanzleramt erneut zu Beratungen über eine Transfergesellschaft treffen, wie der Berliner Staatskanzleichef Björn Böhning am Dienstag ankündigte.

Air Berlin – die nach Lufthansa bisher zweitgrößte deutsche Airline – hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Der Flugbetrieb seitdem war nur durch einen Kredit des Bundes über 150 Mio. Euro gesichert. Er endet am Freitag. Große Teile von Air Berlin sollen an Lufthansa gehen.

Berlins Staatskanzleichef Böhning appellierte an die Länder, den Bund sowie an die Lufthansa, sich finanziell an der Transfergesellschaft für bis zu 4500 Beschäftigte zu beteiligen: „Wir sind in einer kritischen Situation vor den abschließenden Gesprächen.“ Aber er hoffe, dass noch eine Lösung gefunden werde, damit den Kollegen nicht schon in der nächsten Woche drohe, auf der Straße zu stehen.

AB-Gläubigerausschuss gibt grünes Licht für zehn Millionen

Air Berlin erklärte am Dienstag, der Gläubigerausschuss habe beschlossen, dafür bis zu zehn Millionen Euro bereitzustellen. Die Airline beziffert den Finanzbedarf auf bis zu 50 Mio. Euro. Die Mitarbeiter in einer Transfergesellchaft können in der Regel bis zu ein halbes Jahr in einer Transfergesellschaft angestellt und von dort in neue Jobs vermittelt werden. Sie bekommen weniger Geld, müssen sich aber nicht arbeitslos melden.

Bayern will sich nicht an den Kosten beteiligen. „Hier sehen wir vor allem die Unternehmen in der Pflicht, über einen Sozialplan oder bei Bedarf durch die Einrichtung einer Transfergesellschaft, die Folgen der Insolvenz für die betroffenen Mitarbeiter abzumildern“, sagte eine Sprecherin des Arbeitsministeriums in München. Die Lufthansa lehnt eine Beteiligung ebenfalls ab.

Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte der „Berliner Morgenpost“, sein Land würde sich mit den Kosten für Beratung und Verwaltung beteiligen. Die beteiligten Firmen müssten zumindest die Sozialversicherungsbeiträge übernehmen. Die Bundesagentur für Arbeit würde das Transferkurzarbeitergeld in Höhe des Arbeitslosengeldes zahlen, erläuterte er.

Air Berlin wird weiter zerschlagen

Für die Tochtergesellschaft Leisure Cargo wurde derweil ein Käufer gefunden. Die Berliner Zeitfracht-Gruppe übernimmt das Düsseldorfer Unternehmen mit ihren 60 Mitarbeitern, wie Air Berlin mitteilte. Der Gläubigerausschuss stimmte einer entsprechenden Vorlage zu. Leisure Cargo vermittelt Frachtraum in Passagiermaschinen. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Noch keine Entscheidung gibt es über die Zukunft der Technik-Tochter, an der Zeitfracht ebenfalls interessiert ist. (dpa)

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