Gewerbesteuer-Hinzurechnung

Viele Veranstalter haben gegen Steuerbescheide Einspruch eingelegt

„Nein zur Urlaubssteuer“, heißt es unter anderem beim Deutschen Reise Verband (DRV).
Klaus Hildebrandt
„Nein zur Urlaubssteuer“, heißt es unter anderem beim Deutschen Reise Verband (DRV).

Im vergangenen Jahr haben die Tourismusverbände eine Kampagne gegen die gewerbesteuerliche Hinzurechnung von Hotelleistungen gestartet. Der DRV veröffentlicht jetzt Zahlen, wie die Verantalter bislang mit der Steuer umgegangen sind.

Die Mehrheit der Veranstalter hat gegen entsprechende Steuerbescheide Einspruch eingelegt, wie aus einer Umfrage des Deutschen Reise Verbandes (DRV) unter Reiseveranstaltern hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Politik müsse handeln, bevor noch mehr Steuerforderungen aufliefen, forderte DRV-Präsident Norbert Fiebig. Die Mehrbelastungen für die Branche schätzt der DRV auf 230 Mio. Euro im Jahr. „Rückwirkend sind schon deutlich mehr als 1,4 Milliarden Euro mögliche Steuernachforderungen aufgelaufen“, so Fiebig.

Hintergrund ist, dass die Veranstaltersollen für den Einkauf von Hotelübernachtungen rückwirkend ab 2008 Gewerbesteuer zahlen sollen. Betroffen sind den Angaben zufolge etwa 2500 Reiseveranstalter sowie jeder vierte Busreiseanbieter. Nach einer nicht repräsentativen Erhebung des DRV, an der sich im Dezember und Januar 160 Veranstalter beteiligten, haben 78 Prozent der Betroffenen Einspruch gegen den Steuerbescheid eingelegt. Davon ging die Mehrheit (55 Prozent) aber auf Nummer sicher und zahlte unter Vorbehalt.

Nach einer Entscheidung des Finanzgerichts Münster im Jahr 2016 (Az.: 9 K 1472/13 G), ist jetzt der Bundesfinanzhof am Zug (Az. III R22/16). Eine mündliche Verhandlung vor dem obersten deutschen Steuergericht ist bislang noch nicht terminiert. (dpa)

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