Bundestag

Sebastian Münzenmaier soll Tourismusausschuss leiten

Sebastian Münzenmaier wurde im vergangenen Jahr in den Bundestag gewählt.
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Sebastian Münzenmaier wurde im vergangenen Jahr in den Bundestag gewählt.

Die AfD hat bei der Verteilung der Ausschuss-Vorsitzenden den Tourismusausschuss erhalten. Den Vorsitz soll der rheinland-pfälzische Abgeordnete Sebastian Münzenmaier übernehmen.

Die Parteien im Bundestag hatten sich darauf geeinigt, dass die AfD unter anderem den Vorsitz im Tourismusausschuss erhält. Den Vorsitz soll nach Angaben aus Fraktionskreisen der Abgeordnete Sebastian Münzenmaier übernehmen. „Ich freue mich auf meine Aufgabe im Tourismusausschuss und danke der Fraktion für das große Vertrauen!“, teilte Münzenmaier zudem per Facebook mit.

Der 28-Jährige trat 2013 in die AfD ein und wurde im April 2017 zum Spitzenkandidaten der AfD Rheinland-Pfalz für die Bundestagswahl gewählt. Er war AfD-Fraktionsgeschäftsführer im rheinland-pfälzischen Landtag. Münzenmaier war Berichten zufolge vor seinem Eintritt in die AfD Mitglied der Partei „Die Freiheit“, die in Bayern vom dortigen Verfassungsschutz beobachtet und als islamfeindlich eingestuft wurde.

Auf seinen Accounts in den sozialen Netzwerken gibt sich Münzenmaier kämpferisch, was seine Arbeit im Bundestag angeht: „Wir werden auch in 2018 weiterhin Seit an Seit tapfer ‚gegen Lug und Wahn‘ der Altparteien kämpfen und im Deutschen Bundestag die Fahne der patriotischen Opposition hoch halten!“

Das Amtsgericht Mainz sah es 2017 als erwiesen an, dass sich Münzenmaier bei einem Angriff von Hooligans des 1. FC Kaiserslautern auf Anhänger von Mainz 05 der Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht hat. Er wurde zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Der Abgeordnete bestreitet den Vorfall und hat Berufung eingelegt.

Verbände wollen Münzenmaier genau beobachten

Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) will laut einer ersten Stellungnahme „abwarten, wie sich die AfD in Sachen Tourismuspolitik konkret positionieren wird“. „Keine andere Branche ist internationaler und multikultureller als die Tourismuswirtschaft, wenn es um ihre Mitarbeiter und ihre Angebote geht. Deshalb sind unsere Themen unverrückbar mit Werten wie Weltoffenheit, Gastfreundschaft und Willkommenskultur und auch mit zentralen Errungenschaften der EU wie Reisefreiheit oder der gemeinsamen Währung verbunden“, sagte BTW-Generalsekretär Michael Rabe.

In einem Schreiben des Deutschen Tourismusverbands an seine Mitglieder heißt es: „ Wir werden die Arbeit des Tourismusausschusses und seiner Repräsentanten genau verfolgen und immer dann klare Kante zeigen, wenn die Werte der Tourismusbranche von Weltoffenheit, Vielfalt und Toleranz verletzt werden. Denn Fremdenfeindlichkeit und Gastfreundschaft passen nicht zusammen.“

Auch der VUSR nahm bereits zur Ausschusvergabe an die AfD Stellung. Der Verein werde mit größter Aufmerksamkeit die Handlungen und Pläne des neuen Vorsitzenden des Tourismusausschusses, Sebastian Münzenmaier, verfolgen, heißt es in einem Schreiben. „Reisebüros und Reiseveranstalter verhelfen jeden Tag Menschen dazu irgendwo ,Ausländer’ zu sein und wir setzen darauf, dass die Zusammenarbeit mit dem Tourismusausschuss weltoffen und ohne Ressentiments fortgeführt wird.“

Bislang leitete Heike Brehmer (CDU/CSU) den Ausschuss. Dem Tourismusausschuss haben zuletzt 18 Mitglieder angehört. (ASC/dpa)


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