Buchbarkeit für Spezialisten

Nezasa-Chef Manuel Hilty erklärt das Veranstalter-System Tripbuilder

Manuel Hilty, Mitgründer und Chef des Schweizer IT-Anbieters Nezasa, hat mit der App Tripbooster für den Verkauf von Reiseextras nun ein zweites Produkt im Portfolio.
Nezasa
Manuel Hilty, Mitgründer und Chef des Schweizer IT-Anbieters Nezasa, hat mit der App Tripbooster für den Verkauf von Reiseextras nun ein zweites Produkt im Portfolio.

In einer Artikelserie stellt fvw Veranstalter-Software für kleine und mittelständische Spezialisten vor. Heute beschreibt Nezasa-Primus Manuel Hilty, was das System Tripbuilder und die neue App Tripbooster können und kosten.

fvw: Herr Hilty, welche Art von Veranstaltern wollen Sie mit Tripbuilder ansprechen?

Manuel Hilty, Nezasa: Der Tripbuilder ist ein dynamisches Produktionssystem für personalisierte Reisen und eignet sich daher für alle, die personalisierte Pakete dynamisch erstellen und buchbar machen wollen. Bis jetzt zählen mehrheitlich mittelgroße bis große Veranstalter wie FTI, Diamir und Windrose zu den Tripbuilder-Kunden, aber es gibt auch kleinere Veranstalter wie Galapagos Pro und Viamonda, die voll auf diese Art der Produktion setzen.

Worum geht es bei Tripbooster?

Tripbooster ist eine Neuentwicklung für den maßgeschneiderten Verkauf von Zusatzprodukten während der Reise, die wir seit Mai 2019 am Markt haben. Die mobile Applikation generiert automatisch personalisierte Empfehlungen für Zusatzbuchungen und schickt diese an die Reisenden. Die Empfehlungen können von den Reisenden dann sehr bequem mobil gebucht werden und werden automatisch in den bestehenden Reiseplan eingefügt. Für die Veranstalter ist dies eine Möglichkeit, vom In-Destinations-Geschäft zu profitieren und mit den Kunden während der Reise in Kontakt zu bleiben. Zunächst ist die App auf Ausflüge beschränkt, weitere Reiseerlebnisse sollen folgen.

Für wen eignen sich die Systeme?

Tripbooster eignet sich für alle Veranstalter, die nicht nur Bausteine, sondern ganze Reisen verkaufen. Wir bieten Tripbooster auch ohne Tripbuilder an, das heißt ein Veranstalter kann seine Reiseverläufe in Tripbooster hochladen, auch wenn die Reisen in einem anderen System gebucht worden sind.

Beim Tripbuilder ist es wichtig, dass diese Form der Produktion – also dynamisches Kombinieren von Komponenten zu personalisierten Reiseplänen – angestrebt wird. Für Veranstalter, welche die meisten Angebote statisch produzieren möchten, macht der Tripbuilder aktuell weniger Sinn.

Wie werden die Veranstalter buchbar?

Eine Internet Booking Engine (IBE) für den Endkunden-Direktvertrieb und ein Extranet-Login für den Reisebüro-Vertrieb sind ebenso im Tripbuilder enthalten wie die Möglichkeit einer Stadis-Anbindung an die Amadeus Selling Platform.

Was macht Ihr System besonders?

Wir erhöhen die Personalisierungsmöglichkeiten von Reisebuchungen und ermöglichen diese Personalisierung zusammen mit direkter Buchbarkeit.



Wie lange dauert es vom ersten Gespräch bis zur Umsetzung?

Beim Tripbuilder hängt das stark vom verkauften Produkt ab. Wenn alle Einzelprodukte aus Quellen kommen, die bereits an Nezasa angeschlossen sind, ist eine Inbetriebnahme in wenigen Monaten möglich. Bei komplexeren Setups kann das abhängig von den konkreten Plänen auch länger dauern. Die Inbetriebnahme von Tripbooster funktioniert in wenigen Wochen, so lange der Veranstalter Ausflüge von einer Activity Bank verkauft. Bei Eigeninventar hängt die Dauer von der Quelle des Inventars ab.

Wie viel Geld muss ein Veranstalter investieren?

Beim Tripbuilder liegen die fix Kosten ab 3500 Euro monatlich für kleine und mittlere Veranstalter zuzüglich einer fixen Transaktionsgebühr. Ein flexibleres Modell, das auch für kleine Kunden besser geeignet ist, ist in Arbeit. Beim Tripbooster gibt es ein Revenue-Share-Modell mit sehr kleinen monatlichen Minimumgebühren.

Für wen lohnt ein solches Investment?

Beim Tripbuilder hängt es stark davon ab, wie viel Rücksicht bestehende Prozesse erfordern und wie hoch der Anteil des Eigenproduktes ist. Wenn der Veranstalter bereit ist, seine Produktionsprozesse an die neuen Möglichkeiten anzupassen, dann sind sehr hohe Effizienzgewinne möglich und er profitiert von einer sofortigen Buchbarkeit auch bei personalisierten Reisen. Beim Tripbooster ist das Anfangsinvestment sehr gering und dürfte sich deshalb für die meisten Veranstalter rasch lohnen.
Schließlich geht es dort nicht um bestehendes, sondern nur um zusätzliches Geschäft.

Welche Möglichkeiten der Yield-Steuerung bietet Ihr System?

Im Tripbuilder können Margen pro Produktkategorie gesteuert werden unter Miteinbezug von Zeitpunkt und Geografie.

Wie hilft das System, den erforderlichen Content zu beschaffen?

Wir bieten Anbindungen zu verschiedenen Content-Systemen, zum Beispiel diverse Bettenbanken, Flugplattformen inklusive dem Fluggroßhändler Aerticket, Activity Banks wie von Hotelbeds und Viator, Transferanbietern wie Holiday Taxis und Mietwagenanbietern wie Sunny Cars. Eine Anbindung an die Peakwork-Systemlandschaft ist in Arbeit.

Welche Optionen hat der Veranstalter, die er vorher nicht hatte?

Der Veranstalter kann mit dem Tripbuilder individuelle Reisen in Echtzeit buchbar machen und mit dem Tripbooster auch während der Reise noch Geld verdienen.

Was Veranstalter-Systeme leisten
Wie werden mittelständische Veranstalter und selbstveranstaltende Reisebüros buchbar? fvw hat mit sieben Anbietern entsprechender Software-Lösungen gesprochen und diese in einer Serie vorgestellt. Hier lesen Sie die Details zu:


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