Demo vor Brandenburger Tor

AER startet Protestaktion im Morgengrauen

Frühmorgens vor dem Brandenburger Tor. Die Teilnehmer entrollen ein Transparent bei einer nicht angemeldeten Aktion.
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Frühmorgens vor dem Brandenburger Tor. Die Teilnehmer entrollen ein Transparent bei einer nicht angemeldeten Aktion.

Die AER-Kooperation hat am Samstagmorgen vor dem Brandenburger Tor bei einer Guerilla-artigen Aktion auf die existenzbedrohende Lage des touristischen Mittelstands aufmerksam gemacht. Man habe ein Zeichen setzen wollen, sagt Vorstand Rainer Hageloch.

Vor dem Brandenburger Tor entrollten die Unterstützer der Aktion für kurze Zeit ein Banner, auf dem Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier direkt angesprochen wurde: "Lieber Herr Altmaier, Deutschland braucht den touristischen Mittelstand, damit die Welt nicht auf Abstand bleibt", stand darauf. Zudem machte der AER auf die Website kundenschutzlösung.de aufmerksam, auf der die Lage des Mittelstands und politische Forderungen näher beschrieben werden.

Das Video zur AER-Protestaktion in Berlin

Man habe sich bewusst für diese Art der Guerilla-Aktion entschieden, sagt Hageloch. "Wir machen damit deutlich, nichts unversucht zu lassen, um das gemeinsame Ziel, den Tourismus zu retten, zu erreichen und einen Weg aus der Krise zu finden." Solidarität, Zusammenhalt und eine durchdachte Kundenschutzlösung seien nach Ansicht der AER elementar, um die gesamte Branche zu retten. "Zudem wollten wir eine Aktion vor einer wirkmächtigen Kulisse", erläuterte Hageloch.

Den großen Reisekonzernen sei bereits von staatlicher Seite geholfen worden – die Spezialanbieter stünden dagegen vor der Insolvenz, wenn keine Zuschüsse erfolgen, so der AER-Vorstand weiter. Rückholaktionen von Kunden, Rückzahlungsforderungen, laufende Kosten bei null Neuaufträgen und das bei bereits abgeflossener Liquidität – all das gehöre derzeit zur Realität bei den mittelständischen Unternehmen.

Kundenschutzlösung für Touristik gefordert

Bei der sogenannten Kundenschutzlösung, die dem AER vorschwebt, geht es um Zuschüsse von insgesamt unter einer Milliarde Euro. Sie seien zwingend nötig, um den Liquiditätsabfluss aufzufangen und etwa 400 Unternehmen mit ihren 1,5 Mio. Kunden vor dem Aus zu bewahren, erläutert Hageloch. "Durch die Gelder wären Kundengeldrückzahlungen abgedeckt und der Ausgleich von Verlusten im Folgejahr ermöglicht wieder Steuereinnahmen für den Staat."

Die Alternative bedeute eine hohe Kundengeld-Rückforderung, deren Summe durch die Versicherungen bei weitem nicht abgedeckt ist. "Der Staat wird einspringen müssen für einen Betrag, der sich mit Sicherheit auf mehr als eine Milliarde Euro belaufen wird", sagt Hageloch. "Dazu kommen Arbeitslose, die zu einer weiteren finanziellen Belastung führen. Und nicht zu vergessen: Eine bestehende touristische Infrastruktur bricht komplett zusammen."

Am Freitag hatten Mitglieder des AER um Amerca-Unlimited-Geschäftsführer Timo Kohlenberg bereits eine Social-Media-Kampagne für den touristischen Mittelstand gestartet unter dem Hashtag #OhneReisenKeineWows. Das Video, das von Influencern unterstützt wird, hat bereits mehr als 64.000 Views bei Youtube.


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1.
Roland Helmchen
Erstellt 3. Mai 2020 13:42 | Permanent-Link

Eine sehr gute Aktion des AERs. Seine Aktion „keine Reisen ohne Wows“ ist wichtig, da es wohl bald auch heißen wird, keine Reisen ohne Immunitätsausweis. Gerade hier muss sich die Tourismusbranche einig sein, dass eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes gerade immer wieder unsere Branche treffen wird, da viele Menschen lieber dann zu Hause bleiben als sich zwangsimpfen zu lassen. Änderung der Paragraphen 22 und 28 IfSG sind schon als Regierungsvorlage auf der Seite des Gesundheitsministerium abrufbar. Bitte informiert euch alle darüber!

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