Tiefenanalyse zum deutschen Reisemarkt

„Der Veranstaltermarkt wird sich konsolidieren“

Markus Heller, geschäftsführender Gesellschafter von Dr. Fried & Partner, stellt auf dem fvw Kongress seine Exklusivstudie vor.
CHRISTAN WYRWA
Markus Heller, geschäftsführender Gesellschafter von Dr. Fried & Partner, stellt auf dem fvw Kongress seine Exklusivstudie vor.

Im Veranstaltermarkt stehen Übernahmen kurz bevor, so die Prognose von Marktforscher Markus Heller von Dr. Fried + Partner auf dem fvw Kongress. Der extreme Margendruck der klassischen Veranstalter führe dazu. Heller stellte mehrere Erkenntnisse einer Exklusivstudie zu Strukturveränderungen im deutschen Reisemarkt vor.

Das Marktwachstum in der Reisebranche geht an den klassischen Veranstaltern vorbei. Die hohe Preis- und Datentransparenz, getrieben durch neue Player, und der damit verbundene Margendruck machen TUI und Co zu schaffen. Die Folge ist für Markus Heller klar: Es könnte eine neue Übernahmewelle geben. „Wir werden in den nächsten Monaten strategische Investitionen von großen Veranstaltern sehen, die kleine schlucken“, prophezeit der geschäftsführende Gesellschafter von Dr. Fried + Partner auf dem fvw Kongress. Der Marktforscher hatte in einer exklusiven Tiefenanalyse für die fvw die Strukturveränderungen im deutschen Reisemarkt untersucht. Befragt wurden 20 Geschäftsführer aus verschiedenen Bereichen der Touristik.

Ein Preis, alle Inhalte

Für den fvw Kongress 2019 am 17. und 18. September in Köln gibt es nur noch ein Ticket, das den Besuch der Veranstaltung, die Vorträge und die Bahn-Party beinhaltet. Dieses Ticket kostet im Frühbucher-Tarif bis 14. Juli 349 Euro. Sonderpreis für Reisebüros: 99 Euro, für Start-ups bis drei Jahre: 129 Euro.
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Die Analyse setzt sich in den Bereichen Veranstalter, Flug, Hotel, Vertrieb und Daten mit den zunehmenden Herausforderungen beim Kundenzugang und dem Datenmanagement auseinander und kommt zu dem Schluss: Online ist die Konsolidierung schon voll im Gange. Als Blaupause für den Reisevertrieb diene dabei das Amazon-Geschäftsmodell – „ein Ökosystem, das der Mensch kennt und in dem er sich bewegt“, so Heller. Ein Beispiel sei das Unternehmen Booking Holdings, das mit eigenen Portalen und dem Zukauf von Metasearchern bereits viele Bereiche der Touristik abdecke. Mit der Übernahme des Reservierungsportals Opentable trete der Konzern auch in den Bereich der „schnelldrehenden“ Produkte ein, die die Touristik bisher nicht abgedeckt habe. „Das Amazon der Touristik ist bereits da“, ist Heller sich sicher.

Für den Vertrieb sieht Markus Heller auch den Suchmaschinen-Giganten Google als einen Treiber, der die Wertschöpfung entscheidend verändern werde. Sein Szenario: Google stelle die Produkte ins Schaufenster und verlagere dadurch die vertriebliche Wertschöpfung nach vorn. Bezahlt werde künftig für den Kundenzugang. „Die Vergütungslogik der Touristik wird sich anpassen“, lautet das Fazit des Marktforschers.

Allerdings: Diese Szenarien würden erst dann zu tiefgreifenden Veränderungen führen, wenn die Grundlage vom Handelsvertreter-Status angetastet werde. Den will Heller zumindest derzeit nicht in Frage stellen. „So lange wir nicht am Handelsvertreter-Status rütteln, wird sich nicht viel ändern“, stellt der Marktforscher in Bezug auf die Reisebüros klar. Klar sei aber auch, dass die Reisekonzerne eine Konsolidierung im Reisebüro-Markt wollen, um die Effizienz des Vertriebs zu erhöhen. Die Auswirkungen auf die Markt- und Machtstrukturen sind also in allen Bereichen spürbar.

Ein Whitepaper zur Tiefenanalyse von Dr. Fried + Partner können Sie am morgigen Donnerstag auf fvw.de herunterladen.

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