Von TV bis Trikot

Was zur Fußball-WM im Büro erlaubt ist

Jubel, Trubel, Heiterkeit: Auch in vielen Büros sind die Mitarbeiter jetzt in WM-Stimmung.
Getty Images
Jubel, Trubel, Heiterkeit: Auch in vielen Büros sind die Mitarbeiter jetzt in WM-Stimmung.

Jetzt rollt der Ball in Russland. Einige Spiele der Fußball-WM werden während der Arbeitszeit angepfiffen, dennoch wollen viele Arbeitnehmer zugucken. Wir geben WM-Tipps für den Arbeitsplatz.

Leer gefegte Straßen sowie Jubelschreie aus Vorgärten, Kneipen und Büros: Am heutigen Donnerstag startet die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland und wird wieder Millionen Menschen in Deutschland in ihren Bann ziehen – und zum Teil von der Arbeit abhalten. Einer aktuellen Studie der Universität Hohenheim zufolge wollen Arbeitnehmer hierzulande im Durchschnitt jeden Tag 16 Minuten ihrer Arbeitszeit dem Sportereignis widmen. Die Arbeitgeber reagieren aber immer gelassener.

Bei der WM 2014 in Brasilien hatten die Arbeitnehmer noch 13 Arbeitsminuten pro Tag für das Turnier veranschlagt. Wegen der Zeitverschiebung fanden damals die meisten Spiele jedoch nach Feierabend der meisten Deutschen statt. In Russland werden nun viele Partien hingegen schon am Nachmittag, etwa um 14 Uhr unserer Zeit, angepfiffen.

Die Chefs gehen laut der Studie der Universität Hohenheim mit dem Fußballinteresse ihrer Mitarbeiter aber gelassener um als noch 2014: 57 Prozent der Vorgesetzten haben nichts dagegen, wenn die Angestellten die WM bei der Arbeit im Radio verfolgen (2014: 48 Prozent), für 38 Prozent sind selbst TV-Übertragungen am Arbeitsplatz okay (2014: 34 Prozent).

Einige Firmen förden sogar das WM-Erlebnis am Arbeitsplatz. Lufthansa etwa. Die Kranich-Airline bietet ihren Mitarbeitern unter anderem an ihrem Standort in Frankfurt eine WM-Party. Im sogenannten Operations Center, wo sich auch die Crews vor und nach den Flügen aufhalten, erwarten die Lufthanseaten eine Großleinwand, Snacks und alkoholfreie Getränke. Die Spiele dürften dort aber nur in der Freizeit verfolgt werden, heißt es.

Fußball-WM am Arbeitsplatz, was geht und was geht nicht? Rechtsexperte und Rechtsanwalt Kay P. Rodegra gibt Tipps:

TV-Gerät aufstellen im Büro

Das geht nur mit Zustimmung des Arbeitgebers, sonst droht wegen Fernsehens eine Abmahnung. Doch auch wenn bereits ein TV-Gerät vorhanden ist, darf der Chef Spiele gucken während der Arbeitszeit verbieten.

Radio hören

Läuft im Büro im Hintergrund immer das Radio, kann der Arbeitgeber dennoch das Mithören zweier Halbzeiten untersagen, wenn die Mitarbeiter dadurch zu sehr abgelenkt oder Kundengespräche gestört werden.

Live-Ticker verfolgen

Wenn das private Surfen am Arbeitsplatz erlaubt ist, kann man auch mal auf den Live-Ticker schauen. Das ständige Beobachten vom Live-Ticker geht aber nicht. Die Arbeit darf nicht leiden.

Mit Trikot ins Büro

Ist eine bestimmte Kleiderordnung am Arbeitsplatz nicht vorgeschrieben, darf man im Trikot zur Arbeit erscheinen.

Fan-Artikel im Laden

Wer das Reisebüro mit Fanartikeln dekorieren möchte, muss den Arbeitgeber fragen.

Fan-Meile trotz Krankschreibung

Ist der Arbeitnehmer krankgeschrieben, darf er unter Umständen dennoch zum Public Viewing gehen. Es kommt auf die Art der Erkrankung an. Wird dem Arbeitnehmer ärztlicherseits keine Bettruhe verordnet und schadet der Besuch von Public Viewing nicht der Genesung, darf man hin. (BAR/dpa)

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

Fachmedien und Mittelstand Digital Logo
Nutzungsbasierte Onlinewerbung
stats