Gastbeitrag

"Wir-Gefühl" erleichtert digitalen Umbruch

Stefanie Peters, Gründerin und CEO von Enable 2 Grow sagt, dass das Management bei der Digitalisierung vorangehen muss.
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Stefanie Peters, Gründerin und CEO von Enable 2 Grow sagt, dass das Management bei der Digitalisierung vorangehen muss.

Bei der Digitalisierung muss das Management mit positivem Beispiel voran gehen, sagt Stefanie Peters. Sie ist Gründerin und CEO der Wachstumsberatung Enable 2 Grow in Berlin. Im fvw-Gastbeitrag erklärt sie, wie die digitale Transformation erfolgreich vonstatten geht.

Die Reise- und Tourismusbranche ist alles andere als schlecht aufgestellt in Sachen Digitalisierung – auch im Vergleich zu anderen Branchen. Die digitale Transformation kann aber nur nachhaltig umgesetzt werden, wenn das gesamte Unternehmen an einem Strang zieht und die Vision dahinter lebt. Es geht nicht nur darum, bestehende Prozesse zu digitalisieren, sondern auch darum, neue Kundenangebote zu schaffen und das eigene, traditionelle Geschäftsmodell in die digitale Ära zu überführen. 

Das Management muss als Vorbild vorangehen und ein digitales Mindset nicht nur etablieren, sondern es den Mitarbeitern vorleben. Obwohl die Reise- und Tourismusbranche bereits viel in die Digitalisierung ihrer Unternehmen investiert, wirkt deren Mindset meist noch eher traditionell statt agil und digital. Das Problem dabei? Sie sind häufig noch zu zögerlich, anstatt mutig auf ein digitales Wachstum zu setzen.

Die digitale Transformation ist ein komplexes Unterfangen. Um nicht den Überblick zu verlieren, bietet sich die Aufteilung in acht Schritte an: Zuerst erarbeitet das Team die digitale Vision, diesem Schritt folgt die ganzheitliche Strategie, an die sich die Diskussion über neue digitale Geschäftsmodelle anschließt. Zusätzlich braucht es eine flexible Organisationsstruktur sowie dynamische Prozesse und Tools. Relevante Kennziffern und eine konsequente Umsetzung runden den Digitalisierungsprozess ab. 

Was jedoch maßgeblich über den Erfolg der Transformation entscheidet, ist die Unternehmenskultur und ob darin ein digitales Wachtums-Mindset integriert ist. Dieses fungiert quasi als verbindendes Element der einzelnen Schritte und deckt sich bestenfalls mit den Werten und Visionen des Unternehmens. Der Begriff Mindset muss dabei weiter gedacht sein als nur bis hin zur Unternehmens- oder Teamkultur. Vielmehr beschreibt er die innere Einstellung eines Unternehmens – bestehend aus tieferen Grundüberzeugungen, Glaubenssätzen und Prinzipien. Mitarbeiter, die eine positive, auf Innovation und Wachstum ausgerichtete Unternehmenskultur vorgelebt bekommen und diese selbst leben, sind ein ganz ausschlaggebender Bestandteil für eine nachhaltig erfolgreiche digitale Transformation. 

Veränderungen werden nicht immer positiv wahrgenommen. Sobald sich in kleinen Schritten Erfolge und positive Resultate einstellen, verändert dies die Haltung der vormals skeptischen Mitarbeiter. So verändert sich letztlich die Unternehmenskultur, indem nicht zuletzt die Führungsriege die Veränderungen als positiv vorlebt und mit gutem Beispiel vorangeht. 

Wichtig ist eine offene Kultur mit einem Wissenstransfer, die abteilungsübergreifend geteilt wird, Eigenverantwortung fördert und Mitarbeiter in die Ereignisse einbindet. So wird ein schnelles, agiles und kundenorientiertes Klima geschaffen. Mitarbeiter sollen sich als Teil des Ganzen fühlen. Crossfunktionale Teams, flache Hierarchien, Transparenz und Diversität sind nur einige Bestandteile einer guten Unternehmenskultur. In diesem Bereich können sich die Big Player der Reisebranche einiges von Start-ups abschauen, die ein solches Wir-Gefühl sehr oft bereits integriert haben. Diese Veränderung hin zu einer offenen Unternehmenskultur mit einem digitalen Wachstums-Mindset wird nicht von heute auf morgen geschehen. Aber Schritt für Schritt führt sie ans Ziel.


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2.
Ingo Simandi
Erstellt 30. September 2019 12:55 | Permanent-Link

Zwei Dinge mich an diesem Artikel stören:
Das immer nur an Wachstum gedacht wird - ein unendliches Wachstum ist nicht möglich.
Und bitte übersetze mir doch jemand diesen Artikel, ich verstehe nicht den Sinn, was mir der Autor sagen möchte. mit:
digitales Mindset , digitale Transformation, schnelles, agiles und kundenorientiertes Klima geschaffen, digitalen Wachstums-Mindset - leere Worthülsen - hört sich aber interessant an.

1.
Dietmar Rauter
Erstellt 30. September 2019 10:21 | Permanent-Link

Gehört zur offenen Unternehmenskultur auch das Eingeständnis dafür, daß die Digitalisierung auch Arbeitsprozesse so verkürzt, daß nachhaltig denkende Mitarbeiter Verständnis haben, wenn sie nicht mehr benötigt werden . Rente ab 50 Jahren ? Wem dient die höhere Produktivität? Mehr Urlaub für alle ? Wir sind ja alle so fortschrittlich.....

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