Ehrgeizige Ziele für 2019

Tunesiens neuer Tourismusminister hofft auf mehr Urlauber

Tunesien hat einen neuen Tourismusminister. René Trabelsi kommt aus der Branche – er organisiert seit Jahren Reisen. Sein Ziel: Wieder mehr Touristen ins Land locken.

Der erste jüdische Minister in Tunesien seit etwa 60 Jahren, der für Tourismus zuständige Geschäftsmann René Trabelsi, hofft auf steigende Urlauberzahlen in dem nordafrikanischen Land. „Das Ziel für 2019 sind neun Millionen Touristen“, sagte Trabelsi bei einer seiner ersten Äußerungen im neuen Amt.

Das Geschäft mit den Urlaubern in Tunesien litt in den vergangenen Jahren unter Anschlägen und Gewalt. 2015 kamen nur etwas mehr als fünf Millionen Reisende. Die Sicherheitslage hat sich seitdem verbessert, der für die Wirtschaft wichtige Tourismus erholt sich langsam.

Trabelsi wurde nach dem Umbau der Regierung von Ministerpräsident Youssef Chahed am Montag vom Parlament in Tunis bestätigt. Er gehört der jüdischen Minderheit im Land an, die nur etwa 2000 Menschen zählt. Trabelsi arbeitete in den vergangenen Jahren von Frankreich aus als Organisator für Reisen jüdischer Pilger zur Ghriba Synagoge auf der tunesischen Insel Djerba.

Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts hatte es noch ungefähr 100.000 Juden in Tunesien gegeben. Teile der mehrheitlich muslimischen Bevölkerung des nordafrikanischen Landes stehen Israel und oft auch Juden ablehnend gegenüber, auch wenn diese Bürger Tunesiens sind.

Trotzdem gilt die Einstellung zu Juden als weniger feindselig als in anderen Staaten den arabischen Welt wie zum Beispiel Ägypten. Tunesien und Israel haben keine diplomatischen Beziehungen. (dpa)

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