Travelzoo-Studie zu Overtourism

Deutsche haben den Handtuchkrieg satt

So volle Strände bringen manche Urlauber dazu umzudenken.
Thinkstock
So volle Strände bringen manche Urlauber dazu umzudenken.

Der Wunsch, die Welt zu erkunden, ist riesig – mit Folgen für Städte und Strände. Nicht nur Amsterdam, Barcelona und Dubrovnik klagen über Besucherschwemme, neudeutsch Overtourism genannt. Wie Reisende darauf reagieren, haben das Reiseportal Travelzoo und Norstat ermitteln lassen, die auf der ITB vorgestellt wurde.

Das Institut Norstat hat im Auftrag von Travelzoo insgesamt 8000 Menschen in Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, China, Japan, Kanada und den USA nach ihrem Umweltbewusstsein, ihren Empfindungen zum Thema Overtourism und ihrer Lösungsbereitschaft befragt.

Travelzoo-Managerin Sharry Sun, Global Head of Brand, hat die Studienergebnisse am heutigen Mittwoch präsentiert. Und siehe da: Von den gut 1000 Deutschen sagen 61 Prozent: Reisen schadet der Umwelt. Darauf verzichten, wollen nur die wenigsten, anders oder anderswo zu reisen, ist für sie aber denkbar. Nach dem Motto "Schluss mit dem Handtuchkrieg" sagen 59 Prozent, dass sie ein alternatives Reiseziel ansteuern würden, um Überfüllungen zu vermeiden.

Bereit mehr zu zahlen, für weniger andere Touristen

Dafür wären sie sogar bereit, tiefer in die Tasche zu greifen: 59 Prozent sagen, dass sie bis zu 200 Euro pro Reise mehr ausgeben würden, um ihre Ruhe zu haben. Nahe zu jeder Dritte würde sogar 300 bis 500 Euro mehr für weniger Touristen zahlen. Zudem sind Reisende bereit, an ihrem Urlaubsort umweltbewusster zu handeln und die Strände vor Ort selbst von (ihrem) Müll zu befreien. 40 Prozent wollen sich statt mit dem Auto am Urlaubsort lieber mit Fahrrad oder Bussen fortbewegen, um die Straßen nicht zusätzlich zu verstopfen.

Was sich allerdings zwei Drittel der Befragten vor Buchung von ihrem Veranstalter wünschen, ist eine kompetente Beratung darüber, ob an ihrem Zielgebiet mit erhöhten Touristenaufkommen zu rechnen ist. Fast die Hälfte wünscht sich dann Vorschläge für alternative Reisezeiten oder Ziele. Das dürfte eine Herausforderung für manchen Veranstalter sein – ebenso wie der Fakt, dass Flugkurzreisen von bis zu drei Tagen von vielen nur mit schlechtem Gewissen angetreten werden. 70 Prozent der Deutschen sagen, dass sie darauf verzichten würden, um die Umwelt zu schützen. Insgesamt auf Flugreisen zu verzichten, dazu ist allerdings nicht mal jeder zweite bereit.

Sie müssen eingeloggt sein, um kommentieren zu können.

2.
Wolfram Schneppe
Erstellt 6. März 2019 18:40 | Permanent-Link

Na ja, so will man in die Medien kommen. Neben den aus meiner Sicht zweifelhaften Ergebnissen wie "Was sich allerdings zwei Drittel der Befragten vor Buchung von ihrem Veranstalter wünschen, ist eine kompetente Beratung darüber, ob an ihrem Zielgebiet mit erhöhten Touristenaufkommen zu rechnen ist" - Leute, bitte - wirkt das auch ein bißchen wie die Öko-Biolebensmitteldebatte: jeder befürwortet "BIO", aber kaufen tuts dann fast keiner, der Marktanteil bleibt minimal....

1.
Rainer Maertens
Erstellt 6. März 2019 14:12 | Permanent-Link

Wie verreist man am umweltfreundlichsten?

Das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH hat die CO2-Werte einzelner Verkehrsmittel analysiert und diese auf einen Pro-Kopf-Wert heruntergebrochen. Somit ergeben sich folgenden Angaben in Gramm je zurückgelegtem Kilometer pro Person:
• Flugzeug: 380 g/km pro Person
• Mittleres Wohnmobil: 230 g/km pro Person (von mir über einen CO2 Rechner ergänzt)
• Mittelklasse-Pkw: 150 g/km pro Person
• Elektro-Pkw in Deutschland: 100 g/km pro Person
• Bahn: 40 g/km pro Person
• Reisebus: 20 g/km pro Person

Textquelle: https://spritrechner.biz/co2-rechner-fuer-autos.html

Jetzt fehlt nur noch eine seröse Angabe zu Kreuzfahrten. Der NABU Vergleich hat leider Fehler. Da werden kg des Beförderungsmitttels mit km eines anderen verglichen. Außerdem muss die Energiegewinnung für das Hotel Schiff rausgerechnet werden.

stats