Ukraine-Krieg

Das sind die jüngsten Hilfsprojekte der Touristik

Bratislava: In der slowakischen Hauptstadt haben Mitglieder der IG River Cruise Flüchtlinge in Hotels untergebracht.
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Bratislava: In der slowakischen Hauptstadt haben Mitglieder der IG River Cruise Flüchtlinge in Hotels untergebracht.

Der russische Krieg gegen die Ukraine stürzt Millionen von Menschen ins Elend. Viele Anbieter aus der Touristik tun ihr Bestes, um das Leid zu lindern. Hier die neuesten Projekte.

Die Reiseveranstalter Chamäleon, Berge & Meer sowie Itravel haben sich angesichts der humanitären Katastrophe in der Ukraine kurzerhand zusammengeschlossen, um gemeinsam mit Flixbus, Wunderflats sowie der Hilfsorganisation Together for Social Solidarity Foundation eine Nothilfe bereitzustellen. Ebenfalls mit dabei sind die Tourismus-Netzwerke PATA Germany und Corps Touristique Deutschland.

Rund um die umkämpfte Stadt Odessa im Süden der Ukraine ist es für fliehende Familien aktuell nahezu unmöglich, die über 1000 Kilometer entfernte Grenze zu Polen zu erreichen. Ihre Fluchtroute führt deshalb in der Regel zunächst über die Grenze nach Moldawien und Rumänien.

Helfende Infrastrukturen sind dort jedoch nach wie vor rar oder nicht vorhanden. So erreichen viele Geflüchtete, darunter etliche Frauen mit Kindern, nur zu Fuß das südliche Moldawien und müssen teils bei winterlichen Temperaturen und unter gefährlichen Bedingungen kilometerweit laufen.

Mit Evakuierungsflügen soll diesen Menschen schnelle Hilfe angeboten werden. Am 18. März startete erstmals eine Chartermaschine mit 201 Geflüchteten an Bord von Isai in Rumänien nach Frankfurt.



Flixbus sorgte zuvor für den Transfer aus Piatra Neamt zum Flughafen Iasi. In Frankfurt am Main werden die ankommenden Menschen im Erstversorgungszentrum der Stadt betreut oder haben dank der Kooperation mit Wunderflats bereits private Unterkunftsmöglichkeiten erhalten. Um so vielen Menschen wie möglich eine sichere Flucht aus der südlichen Ukraine zu ermöglichen, sollen weitere Flüge folgen. 

Auch die Mitglieder der IG River Cruise helfen Flüchtlingen. Eine Umfrage unter den Mitgliedern ergab, dass aktuell zahlreiche Leistungen erbracht werden. So wurden zum Beispiel Hotelschiffe, die im Moment nicht oder noch nicht im ordentlichen Fahrplan eingesetzt werden, in verschiedenen Städten in Europa (unter anderem Amsterdam und Duisburg) zu Flüchtlingsunterkünften umfunktioniert. Zudem wurden Flüchtlingsfamilien in eigens dafür angemieteten Hotels in Bratislava untergebracht und deren medizinische Versorgung organisiert, nachdem bereits für ihre Beförderung von der polnisch-ukrainischen Grenze zum Hotel gesorgt worden war.

Als weitere Maßnahme wurden in den Winterhäfen liegende Schiffe geöffnet und für die Familien von ukrainischen Crew-Mitgliedern als Unterkunft zur Verfügung gestellt. Dieses Beispiel zeigt auch den Bezug der Flusskreuzfahrtbranche zum ukrainischen Volk: Seit jeher sind Ukrainerinnen und Ukrainer Mitglieder von nautischen und Hotelbesatzungen auf den Flusskreuzfahrtschiffen.

Die Mitglieder der IG River Cruise haben zudem beschlossen, eine spontane Spende in nicht näher bezifferter fünfstelliger Höhe an die Optimus Foundation der UBS-Bank zu überweisen, die diesen Betrag verdoppelt und gezielt Internationalen Hilfswerken für Flüchtende aus der Ukraine zukommen lässt.



Auch Air Canada hilft aktuell Flüchtlingen. Wie die Airline bekannt gab, werden für jede über die Airline-Website getätigte Buchung zehn kanadische Dollar gespendet – bis zu einem Höchstbetrag von 250.000 Dollar. Aeroplan-Mitglieder können zudem Punkte beisteuern. Schon jetzt haben Angestellte der Airline und die firmeneigene Air Canada Foundation 170.000 Dollar für die Ukraine-Flüchtlinge gespendet. Zudem unterstützt Air Canada Cargo den Transport humanitärer Hilfsgüter in das Krisengebiet.
 
Unterdessen baut die Deutsche Bahn ihr Hilfsangebot kontinuierlich aus. Mittlerweile ist mit Cottbus das dritte Drehkreuz für Geflüchtete aus der Ukraine in Betrieb. Die im Südosten von Brandenburg gelegene Stadt wird die beiden bestehenden Drehkreuze Berlin und Hannover entlasten und ergänzen.

Über Cottbus können künftig bis zu 2500 Geflüchtete täglich in Deutschland in Sicherheit gebracht werden. Dazu fahren jeden Tag bis zu sechs Shuttle-Züge der DB Regio von Breslau ohne Zwischenstopp nach Cottbus. Ab dort werden die Geflüchteten dann weiterreisen: Zweimal täglich fahren Sonderzüge nach Hannover. Darüber hinaus stehen dort Busse bereit, um die Menschen in Aufnahme-Einrichtungen in der Region sowie in andere Bundesländer zu bringen.  



Derweil erreichte nach zweitägiger Fahrt auf einer Route von etwa 2000 Kilometern ein Konvoi aus acht LKW mit 180 Tonnen Hilfsgütern die rumänisch-ukrainische Grenze im Städtchen Sighetul Marmației. Die Hilfe für die Flüchtlinge des Ukraine-Kriegs im Wert von über einer Million Euro wurde organisiert von Luftfahrt ohne Grenzen/Wings of Help. Die Fahrzeuge hatten Frankfurt am Main vergangene Woche verlassen.

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