Ukraine-Invasion

VUSR fordert geschlossenes Signal der Branche

Nach der Invasion der Ukraine durch Russland hat der VUSR seine "volle Solidarität" mit dem Land erklärt. Zugleich fordert der Verband ein geschlossenes Zeichen der Reisenbranche – und schickt eine Forderung an TUI.

Auch die Tourismuswirtschaft könne das Schicksal der Menschen in der Ukraine nicht kalt lassen, heißt es in einer Pressemitteilung des VUSR. Der Reisevertrieb in Deutschland sei komplett solidarisch mit dem Land. "Die Ereignisse in der Ukraine erschrecken uns und machen uns tieftraurig. Unsere Solidarität als Reisevertrieb gilt den Menschen in der Ukraine, die durch die Aggression Russlands jetzt um ihr Leben und ihre Heimat kämpfen, oder diese vielfach schon auf der Flucht vor den russischen Truppen verlassen haben", erklärt die Verbandsvorsitzende Marija Linnhoff.

Zugleich forderte der VUSR "ein klares Signal der gesamten Tourismuswirtschaft in Deutschland", um Solidarität mit der Ukraine auszudrücken. "Aggression, Invasion und Unterdürckung müssen als solche benannt werden. Gleichgültigkeit, gerade von gesellschaftlicher und unternehmerischer Seite, würde das Signal ergeben, dass einem das Schicksal der Menschen und des Friedens und damit auch der Grundlage der Tourismuswirtschaft egal ist", erläutert Linnhoff.



In diesem Zusammenhang fordert die Vorsitzende auch, dass die TUI "ihr Verhältnis zu Russland in dieser Krise klären" müsse. Der russische Oligarch Alexej Mordaschow ist mit einem Anteil von 34 Prozent der größte Aktionär des Unternehmens.

Der Branchenprimus müsse sich "klar bekennen und vom russischen Vorgehen distanzieren", heißt es in der Mitteilung. Der Bund müsse überdies dafür sorgen, das kein Staatsgeld "über einen TUI-Umweg bei Mordaschow ankomme, "der als Putin-Intimus gilt". Dies sicherzustellen sei auch Aufgabe des TUI-Managements.

In einer internen Mail an die Belegschaft, die fvw|TravelTalk vorliegt, schreibt TUI-CEO Friedrich Joussen: "Der Angriff auf die Ukraine und die seit Tagen andauernden Kampfhandlungen machen mich, wie alle, mit denen ich in den vergangenen Tagen gesprochen habe, fassungslos. Wenn ich an die Menschen in der Ukraine denke, an die Männer und Frauen, die ihr Land verteidigen, und an die Familien, die jetzt auf der Flucht aus ihrer Heimat sind, kann ich mir das Leid kaum vorstellen." Ein Angriffskrieg mitten in Europa, ein Angriff auf ein souveränes Land, auf unschuldige Europäer – all dies sei nach dem Ende des Kalten Krieges und in der Zeit von Dialog und Kooperation kaum vorstellbar gewesen.

Weiter heißt es in dem Schreiben: "Ganz sicher nicht an erster Stelle steht die Frage, wie sich der Krieg auf unser Unternehmen auswirkt, aber natürlich ist die Frage legitim und für uns von Bedeutung. Wir beobachten die Entwicklungen intensiv, um mögliche Konsequenzen beurteilen und gegebenenfalls Aktionen in die Wege leiten zu können."
3 Kommentare Kommentieren

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1.
Dietmar Rauter
Erstellt 1. März 2022 08:34 | Permanent-Link

Wer kann – allen Ernstes – mit dieser TUI noch zusammenarbeiten, zumal auch die Gäste nicht sicher sein können, ob das mit im Besitz von russischen Oligarchen befindliche Unternehmen noch irgendwo toleriert wird. Der Rubel darf nicht mehr rollen!

Marija Linnhoff
Erstellt 1. März 2022 09:18 | Permanent-Link

@Dietmar Rauter: unsere PM ist definitiv kein TUI Bashing (!) geschweige denn ein Boykottaufruf.

Aber ein klarer Aufruf sich solidarisch zur Ukraine zu positionieren.

Dietmar Rauter
Erstellt 1. März 2022 09:48 | Permanent-Link
bearbeitet

@Marija Linnhoff: Für den größten Einzelaktionär der TUI ist das Unternehmen ein Geldwäsche-Veranstalter*. Dürfen wir das zulassen ? Man muss darüber reden, sonst finanzieren wir Putins Krieg !
*P.S. I know, its hard to say: Nur deshalb gibt es die TUI überhaupt noch, Gewinne werden ja nicht gemacht....



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