Große Befragung

Reisebüros in Österreich wieder beliebter

Italien – hier das Schloss Miramar bei Triest – ist das beliebteste Reiseziel der Österreicher.
FVW Medien/HMJ
Italien – hier das Schloss Miramar bei Triest – ist das beliebteste Reiseziel der Österreicher.

Eine Studie der FH Krems und des Corps Touristique Austria, in dem 32 Destinationen vereinigt sind, hat zudem ein Comeback des Städtetourismus ermittelt. Wichtigstes Reisekriterium ist die Stornierungsmöglichkeit.

Die Studie wurde von der Fachhochschule Krems im Auftrag des Corps Touristique Austria vorgenommen. Mehr als 1600 Personen wurden nach ihren Reiseabsichten für das laufende Jahr befragt. Die Ergebnisse gelten zwar für die österreichische Bevölkerung, grundsätzlich dürften sie aber – mindestens ähnlich – auch für Deutschland zutreffen.

Der Studie zufolge planen 82,6 Prozent der Österreicher für 2022 mindestens eine Urlaubsreise. Gut 53 Prozent wollen sowohl im In- als auch im Ausland unterwegs sein, 13 Prozent bleiben im Inland, knapp 17 Prozent reisen ausschließlich ins Ausland.


Als wichtigster Grund, der einen doch noch von einem Urlaub abhalten könnte, wurde – wenig überraschend – die Corona-Pandemie genannt (41,3 Prozent). Finanzielle Gründe spielen bei 15,4 Prozent eine Rolle.

Als beliebteste Auslandsziele nannten die Österreicher Italien (58 Prozent), Kroatien (46 Prozent) und Deutschland (42 Prozent). Dabei haben bereits 15,1 Prozent eine Italien-Reise fest für 2022 geplant, 10,2 Prozent wollen in jedem Fall nach Deutschland.

Städtereise erlebt Comeback

Bei den Reisearten liegt der Badeaufenthalt mit 65 Prozent vorn. Ein echtes Comeback erlebt die Städtereise, die es in den vergangenen beiden Jahren eher schwer hatte. Nun sagen 47 Prozent der Befragten, dass sie für 2022 einen solchen City Break in Betracht ziehen. Mit 35 Prozent liegt der Wellness-Urlaub an dritter Stelle.

Bei den favorisierten Unterkunftsarten holt das Hotel wieder auf. So liegen Vier-Sterne-Häuser ganz vorn, gefolgt von Ferienwohnungen oder Apartments und Privatunterkünften. Bei der Wahl ihrer Urlaubsdestination lassen sich die Österreicher ganz besonders von den Kritierien Sauberkeit/Hygiene, Sicherheit und Wetter/Klima leiten.

42 Prozent gehen ins Reisebüro

Deutlich in der Gunst aufgeholt hat die Pauschalreise. Mehr als 18 Prozent der Menschen wollen für 2022 ausschließlich Pauschalreisen buchen, 39 Prozent möchten sowohl eine Pauschalreise als auch Individualurlaub verbringen. 43 Prozent – und damit nun weniger als die Hälfte – legen sich auf die Individualreise als einzige Urlaubsform fest.

Bei den Buchungskanälen dominiert in Österreich das Internet mit 56,5 Prozent (Mittlerplattformen), gefolgt von der direkten Buchung beim Anbieter (49 Prozent). Immerhin 42 Prozent lassen sich in einem Reisebüro persönlich beraten, 29 Prozent setzen aufs Online-Reisebüro. Im Lebensmittelladen buchen 21 Prozent (also Lidl, Tchibo & Co).

Ebenfalls coronabedingt dürften die Verschiebungen bei der Buchungsfrist sein: Wer einen längeren Urlaub plant, bucht langfristiger als früher, während man sich für Kurzurlaube noch spontaner entscheidet als früher.

Geld zurück bei Storno

Eine Erklärung für den Aufwärtstrend der Pauschalreise dürften die Antworten sein, die die Österreicher auf die Frage gaben, welche Kriterien für sie bei einer Reisebuchung derzeit am wichtigsten sind. Auf Platz eins steht dabei die Aussage "Ich buche nur, wenn ich im Falle einer Stornierung mein Geld zurückbekomme", der fast 80 Prozent der Befragten "völlig" oder "eher" zustimmten.


Es folgen: "Ich buche nur, wenn es kurzfristige Stornomöglichkeiten gibt" (74 Prozent) und "Ich orientiere mich an den Corona-Maßnahmen des Urlaubslandes" (72 Prozent).

Den PKW bevorzugen knapp 56 Prozent, "weniger und bewusster" wollen ebenfalls gut 56 Prozent reisen. Und: Weiterhin liegen Nahziele im Trend. Knapp 25 Prozent stimmen diesen Kriterium völlig zu, 29 Prozent eher.

Die Corona-Situation vor Ort spielt für ebenfalls 25 Prozent eine entscheidende Rolle, und 30 Prozent buchen eher eine Destination, in der es nur geringe Ansteckungszahlen gibt.

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