Sabre-President Ekert

"Reisebranche erholt sich schneller als erwartet"

Rechnet mit mehr organisierten und mehr Bleisure-Reisen: Sabre-President Kurt Ekert.
CWT
Rechnet mit mehr organisierten und mehr Bleisure-Reisen: Sabre-President Kurt Ekert.

"Die Reisewirtschaft erholt sich sehr schnell", konstatiert Kurt Ekert nach seinen ersten Monaten als President von Sabre. Laut einer Studie des Unternehmens dürften vor allem organisierte Reisen jetzt durchstarten.

Knapp ein halbes Jahr nach seinem Antritt als President von Sabre zieht Ex-CWT-Chef Kurt Ekert ein erstes Resümee. Demnach erholt sich die Reisebranche schneller als erwartet. War der Restart anfangs vor allem von Urlaubsreisen getrieben, komme nun auch das Segment Business Travel stark zurück.


Dennoch werde es noch dauern, bis das Niveau von 2019 erreicht werde. "Es ist gut möglich, dass die Branche 2025 größer ist als vor der Pandemie", sagte der Sabre-Lenker vor Journalisten. "Der Ausblick ist generell optimistisch", so Ekert, auch wenn Geldentwertung und Fachkräftemangel – vor allem der Mangel an Piloten etwa in den USA – ernste Herausforderungen seien.

Sabre werde den von Konzernchef und CEO Sean Menke eingeleiteten Umbau zur Technikplattform fortsetzen, versicherte Ekert. Als wichtigste Investitionsfelder Sabres führte Ekert an: Corporate Travel, Retailing und Merchandising, den Flugvertrieb per NDC-Technik sowie künstliche Intelligenz. Zudem wolle sich Sabre neue Einnahmequellen erschließen. Der Hotelvertrieb, den Sabre bereits seit geraumer Zeit ausbaut, sei dafür ein gutes Beispiel.

Studie: Organisierte Reise kommt gestärkt aus Krise

Den optimistischen Grundton stützen die Ergebnisse einer Studie, die Sabre im Anschluss an Ekerts Auftritt vorstellte: Zwei von drei befragte Entscheidungsträger der Reisebranche erwarten demnach, dass der Reiseverkehr bis Ende 2024 wieder das Vor-Pandemie-Niveau erreichen wird. Die übrigen rechnen damit erst im Jahr 2025 oder später.

Zu den wichtigsten Trends, die von den befragten Reisebüros genannt wurden, gehören eine wachsende Bedeutung organisierter und verbundener Reisen, um die Komplexität der Reise für die Kunden zu reduzieren, die anhaltende Bedeutung von Inlands- und Regionalreisen und die Herausforderungen für die Erholung von Geschäftsreisen.
Ergebnisse der Sabre-Studie im Überblick
  • 68 Prozent der Reiseleiter rechnen mit höheren Ausgaben der Verbraucher für neue Reisen.
  • Reiseleitern zufolge wägen Reisende mehr Entscheidungsfaktoren als je zuvor ab, bevor sie sich für eine Reise entscheiden.
  • Mehr als die Hälfte der befragten Reisebüros befassen sich stärker mit neuen Tools, Dienstleistungen und Technologien als vor der Pandemie.
  • 92 Prozent der befragten Reisebüros wollen mit passenden Technikpartnern nahtlosere Einkaufs-, Buchungs- und Abwicklungserlebnisse schaffen.
  • 89 Prozent der Reisebüros wünschen sich Tools zur Personalisierung von Reisen.

Aus den Antworten der befragten Fluggesellschaften lassen sich laut Sabre folgende Trends ablesen: der zunehmende Schutz von Kundenbuchungen, das Wachstum von kombinierten Geschäfts- und Freizeitreisen – Bleisure genannt – als Katalysator für eine potenzielle Erholung des Business Travel und das Angebot nachhaltigerer Flugoptionen, um die Anforderungen der Kunden zu erfüllen.

"Was uns bei der Durchführung der Studie auffiel, war das beispiellose Tempo der Veränderungen in den vergangenen Monaten", sagte Darren Rickey, Senior Vice President, Airline Global Sales and Accounts, Sabre. "Dies stellt natürlich eine enorme Chance dar, aber es belastet auch die Reiseunternehmen, die ihre Pläne, Prozesse und Abläufe anpassen müssen, um diesen potenziellen Veränderungen gerecht zu werden."

Die Studie wurde im Auftrag von Sabre vom Beratungshaus Dr. Fried & Partner durchgeführt. Mehr als 500 Reisebüros und Airlines in 20 Ländern wurden befragt. Die Studie wurden durch Interviews mit ausgewählten Führungskräften ergänzt.

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