Reisebüro-Entlohnung

Aktionsbündnis fordert Ende einstelliger Provision

"Es wäre geradezu fatal, an manchen bestehenden Provisionsstaffeln festzuhalten", sagt Reisebüro-Geschäftsführer Joerg Franzen, Sprecher des Bündnisses "Wir alle sind Touristik".
Oliver Wagner
"Es wäre geradezu fatal, an manchen bestehenden Provisionsstaffeln festzuhalten", sagt Reisebüro-Geschäftsführer Joerg Franzen, Sprecher des Bündnisses "Wir alle sind Touristik".

Das Bündnis "Wir alle sind Touristik" appelliert an Reiseveranstalter, ihre Provisionsmodelle zu überdenken. Eine "faire Vergütung" sei nötig. Was die Reisebüro-Unternehmer konkret fordern.

Das Aktionsbündnis "Wir alle sind Touristik" nimmt das Ende des Geschäftsjahres zum Anlass und fordert eine "faire Vergütung" aufgrund der immens gestiegenen Mehrarbeit in den Reisebüros. Seit mehr als zwei Jahren wünsche sich die gesamte Branche, zur Normalität und zu einem Alltag zurückzukehren, der ein Wirtschaften wie die Jahre vor Corona ermögliche.

"Eine solche Perspektive hat es jedoch trotz eines starken Sommers 2022 im ablaufenden Geschäftsjahr nicht gegeben", sagt Joerg Franzen, Sprecher des Bündnisses, dem 7800 Touristikerinnen und Touristiker angehören.

Verhaltene Buchungen wegen Inflation und Preise

Das touristische Geschäftsjahr 2021/22 sieht das Bündnis als ein Übergangsjahr. Das sei unter anderem am Vertriebsklima-Index und der Umsatzentwicklung ablesbar. Corona, Inflation, erhöhte Reisepreise, Ukraine-Krieg und Kapazitätsengpässe nagten am Buchungsverhalten der Kunden, fasste Franzen zusammen.

Zwar habe sich die Buchungslage positiv entwickelt, überwiegend sei sie aber nicht positiv genug, um erträgliche Umsätze in diesem Geschäftsjahr zu generieren, so der Sprecher des Aktionsbündnisses. "Als Konsequenz wäre es geradezu fatal, an manchen bestehenden Provisionsstaffeln festzuhalten, insbesondere, wenn die Entlohnung im einstelligen Bereich liegen. Tut dies ein Veranstalter, käme das einer Ohrfeige der gemeinsam durchlittenen zweieinhalb Jahre gleich", betont Franzen.

Das Bündnis fordert daher, die Veranstalter auf, sich von einstelligen Provisionen in den Umsatzstaffeln zu verabschieden und ihre Geschäftspolitik zu überdenken. Das sei kein Akt der Konfrontation, vielmehr verspricht sich das Aktionsbündnis davon "ein neues und besseres Miteinander".
2 Kommentare Kommentieren

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2.
Volker Gerwin
Erstellt 29. Oktober 2022 10:00 | Permanent-Link

Die Aufgaben für uns am Counter werden ja auch immer mehr und komplexer daher ist es mehr als nur fair wenn man hier auch bei jedem Beranstalter seine zweistellige Provision bekommt.

1.
Michaela Lebert
Erstellt 29. Oktober 2022 09:37 | Permanent-Link

Richtig so! Leider geht der Trend bei den Veranstaltern genau in die andere Richtung. Die Beratertätigkeit von Reisebüros wird immer seltener wertgeschätzt und man scheint, vom Kunden zu erwarten, dass er sich selbst beraten soll.



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