Neue Chancen nach Corona

Reisebuchverlage appellieren gemeinsam an Handel

An Reiseführern festhalten: Appell an die Buchhändler.
Kintaiyo, wikimedia.org
An Reiseführern festhalten: Appell an die Buchhändler.

Sie sind gleich doppelt von Corona gebeutelt: Die Reisebuchverlage leiden unter der Unmöglichkeit zu reisen und zugleich an den bis vor Kurzem noch geschlossenen Buchhandlungen. Nun sehen sie neue Perspektiven für sich.

"Sie haben gezeigt, was Kundenbindung vor Ort und kreative Lösungen wert sind und konnten Kunden neu oder wieder zurückgewinnen." Derart lobend äußern sich die Reisebuchverlage Reise Know-How, Michael Müller, Trescher und Iwanowski in einem Offenen Brief an die deutschen Buchhändler. Erstmals und angesichts der nach wie vor schwierigen Situation für die gesamte Touristikbranche haben sich die Wettbewerber zu der gemeinsamen Aktion entschlossen.

In ihrem Schreiben an den Buchhandel weisen sie zum einen auf die teilweise katastrophale Situation in der Touristik – und damit verbunden auch im Segment der Reiseführer – hin. Zum anderen sehen sie durch die fortschreitenden Impfkampagnen und die Schnelltests jedoch Hoffnung auf eine Besserung der Lage im Laufe dieses Jahres.

"Die Deutschen sind und bleiben Weltmeister im Reisen", schreiben sie: "Nichts lieben sie mehr als die Sommerwochen am Meer, Urlaub in den Bergen oder Touren durch fremde Städte." Neue Kulturen und Landschaften kennenlernen, einen anderen Alltag schnuppern, sich bewegen und Zeit mit der Familie verbringen – all dies wird nach Überzeugung der Verlage wiederkommen, sobald die Einschränkungen aufgehoben sein werden.

Dabei sehen die Unternehmen zugleich neue Chancen für sich und ihre Produkte – die Reiseführer also. Denn das Reiseverhalten werde sich ändern, "touristische Hotspots werden voraussichtlich gemieden". Gesucht seien Alternativen.

Für diese jedoch brauche man detaillierte Informationen, die vor Ort recherchiert werden müssen. "Genau die findet man in unseren Büchern", heißt es offiziell von den vier Verlagen. "Unsere Individual-Reiseführer werden aus echter Überzeugung von ortskundigen Kennerinnen und Kennern für ein umfassend interessiertes Publikum geschrieben."

Im Gegensatz zu kurzen Appetithappen im Internet, die zudem teilweise oberflächlich daherkämen, seien die Reiseführer umfangreicher, und "sie nehmen sich Raum für Besonderes und Originelles, und sie gehen in die Tiefe." Damit jedoch könnten kostbare Urlaubswochen noch intensiver genossen werden.

In ihrem Brief appellieren die Verlage denn auch an den Buchhandel, sich solidarisch mit ihnen zu zeigen und den Reiseführern auch künftig Platz in den Sortimenten einzuräumen. Auch während der Krise und trotz zurückgegangener Verkäufe habe man neue Titel produziert und ältere aktualisiert. Es gehe darum, auch "morgen die Bedürfnisse Ihrer Kundinnen und Kunden auch abseits von Top-10-Gebieten erfüllen zu können".

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