Modell für Deutschland?

Schweiz verlängert Kurzarbeitergeld bis Juni

 Der Bundesrat in Bern hat beschlossen, bis Ende Juni 2022 Kurzarbeitergeld zu gewähren.
Schweiz Tourismus
Der Bundesrat in Bern hat beschlossen, bis Ende Juni 2022 Kurzarbeitergeld zu gewähren.

Das dürfte vor allem Betriebe aus dem Tourismus und der Veranstaltungswirtschaft freuen: Statt wie geplant bis Ende Februar zahlt die Schweiz nun bis Ende Juni Kurzarbeitergeld. Die Höchstbezugsdauer beträgt aber weiterhin 24 Monate.

Ein Modell für Deutschland? Wegen des Aufkommens der Omikron-Mutante und ihrer Folgen für Teile der schweizerischen Wirtschaft hat der Bundesrat beschlossen, die Kurzarbeit-Höchstbezugsdauer bis zum 30. Juni 2022 zu verlängern. Genau wie in Deutschland haben das etliche Unternehmen – auch aus der Reisebranche und aus der Veranstaltungswirtschaft – gefordert.

In den Genuss dieser Regelung kommen Betriebe, die nicht seit Beginn der Pandemie auf Kurzarbeit gesetzt oder einige Monate den Bezug von Kurzarbeitergeld unterbrochen haben. Denn die Höchstbezugsdauer dieser staatlichen Hilfe beträgt weiterhin 24 Monate.

Die Verlängerung bis Ende Juni sorge dafür, dass Firmen, die erst später Kurzarbeit eingeführt haben, nicht benachteiligt seien, teilt die schweizerische Regierung mit. In der Schweiz beträgt die Kurzarbeitsentschädigung 80 Prozent des auf die ausgefallenen Arbeitsstunden anrechenbaren Verdienstausfalles.

Aufgehoben wurde zudem die bislang in der Schweiz geltende Beschränkung auf vier Abrechnungsperioden für Arbeitsausfälle von mehr als 85 Prozent. Damit können die Betriebe – zunächst bis zum 31. März 2022 – unabhängig vom Umfang des Arbeitsausfalls Kurzarbeitergeld geltend machen. Vom 1. April 2022 tritt die Regelung zu den maximal vier Abrechnungsperioden zwar wieder in Kraft, die Zeit von Januar bis März 2022 wird aber nicht einberechnet.

Auch in der deutschen Tourismus- und Veranstaltungsbranche fordern Unternehmen und Verbände, die eigentlich zum 31. März 2022 endende Kurzarbeit erneut zu verlängern oder eine anderweitige Kompensation zu schaffen.


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