Krisenhilfe

VUSR schaltet sich in Debatte um Kurzarbeitergeld ein

Die VUSR-Vorsitzende Marija Linnhoff fordert von der Bundesregierung "Anschlusslösungen" nach Auslaufen des Kurzarbeitergeldes.
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Die VUSR-Vorsitzende Marija Linnhoff fordert von der Bundesregierung "Anschlusslösungen" nach Auslaufen des Kurzarbeitergeldes.

Der VUSR fordert "Anschlusslösungen" für Reisebüros für die Zeit nach dem bevorstehenden Auslaufen der Kurzarbeit. Ein Weg sei die Verlängerung der Kurzarbeit "in begründeten Fällen".

Sollte das Kurzarbeitergeld nach zwei Jahren Bezugsdsauer wie derzeit vorgesehen am 31. März 2022 enden, "werde das viele an sich gesunde Unternehmen in extreme Schwierigkeiten bringen und unnötigerweise Arbeitsplätze kosten", teilte der Verband Unabhängiger und Selbständiger Reisebüros – Bundesverband (VUSR) mit. Es gehe bei dieser Frage um den Fortbestand "tausender Reisebüros".

Dabei sieht der VUSR grundsätzlich zwei Möglichkeiten, Anschlusslösungen für Reisebüros zu finden. Erstens die Verlängerung der Regeln für Kurzarbeit "in begründeten Fällen".

Begründete Fälle könnten vorliegen, wenn der Einsatz der Kurzarbeit bisher "verantwortungsvoll" erfolgt sei und die Mittel durch den betroffenen Betrieb nicht schon maximal ausgeschöpft wurden, sagte die Verbandsvorsitzende Marija Linnhoff. Was genau sie unter verantwortungsvoll versteht, präzisierte Linnhoff nicht.

"Das Kurzarbeitergeld und die so genannte Kurzarbeitergeld­-Verlängerungs­verordnung haben sich als hocheffizientes Instrument erwiesen, viele Arbeitsplätze durch die Krise zu bringen, auch und gerade bei den Reisebüros. Es wäre ein Fehler, dieses Instrument in einer weiteren schweren Pandemie-Welle nicht mehr anzuwenden", erläuterte Linnhoff. Deshalb wäre der Bund gut beraten, die Bezugsdauer in begründeten Fällen zu verlängern.

Lösung per Überbrückungshilfe?

Als zweiten Lösungsweg sieht der VUSR die Möglichkeit, im Zuge der Einführung einer Überbrückungshilfe V einen erhöhten Personalkostenzuschuss bereitzustellen, der wie bisher monatsweise und umsatzabhängig kalkuliert wird. Es gebe Möglichkeiten, "dies zielgerichtet zu organisieren, auch im Interesse des Tourismusstandortes Deutschland", teilte der VUSR mit.

Kaum eine Branche sei auch weiterhin von der Pandemie so stark betroffen, wie die Reisebranche und die vielen tausend stationären und mobilen Reisebüros in Deutschland. Bedingt durch die Besonderheit im Reisevertrieb, dass die Erlöse für die zurzeit intensive Beratungstätigkeit erst endgültig erwirtschaftet werden, wenn die Kunden tatsächlich die Reise angetreten haben, seien gerade die Reisebüros besonders anfällig für pandemiebedingte Schwankungen.

"Jede weitere Welle, jede damit zusammenhängende Unsicherheit macht auf dem Papier erwirtschaftete Umsätze zunichte, wenn die Reisen dann nicht angetreten werden. Gleichzeitig haben die meisten Reisebüros die staatlichen Hilfen wie die Kurzarbeit verantwortungsvoll eingesetzt. Sie brauchen nun ein klares Signal von der Politik, wie der Weg aus der Pandemie heraus finanziell und personell zu stemmen ist", sagte Linnhoff.
2 Kommentare Kommentieren

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2.
Udo Pass
Erstellt 13. Januar 2022 17:30 | Permanent-Link

KUG soll Arbeitsplätze erhalten, daher sehe ich eine zielgerichtete Lösung für Betriebe, die das mit aller Macht versuchen für angebracht. Ob nun als KUG, Personalkostenhilfe oder wie immer das *Kind* auch heißt. Wir haben die Personalkosten, jetzt wissen wir aber nicht, ob wir die daraus resultierenden Erträge sicher erwirtschaftet haben, da jederzeit wieder eine Stornowelle aufgrund der Pandemie auf uns zukommen kann.

1.
Alain Freeman
Erstellt 13. Januar 2022 17:01 | Permanent-Link

Was für ein Dilemma, aber so sehe ich es auch. Ich denke langfristig positiv, aber 2022 wird ohne passende Hilfen für viele Büros immer noch schwer werden.



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