Arbeitgeberpräsident

Warnung vor Verlängerung des Kurzarbeitergeldes

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sieht in Kurzarbeitergeld keine Dauerlösung für besonders angeschlagene Branchen.
BDA
Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sieht in Kurzarbeitergeld keine Dauerlösung für besonders angeschlagene Branchen.

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat davor gewarnt, das in der Corona-Pandemie aufgestockte Kurzarbeitergeld immer wieder zu verlängern. Er fordert branchenspezifische Hilfsprogramme.

"Das Kurzarbeitergeld war in den vergangenen Monaten die beste Krisenhilfe und hat viele Arbeitsplätze gesichert", sagte Dulger der "Rheinischen Post". "Dafür haben wir auch gemeinsam mit unseren Beschäftigten Rücklagen gebildet, die das erst ermöglicht haben. Es darf aber keine Dauerlösung werden", warnte der Präsident der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Für Branchen, die stark unter pandemiebedingten Beschränkungen leiden, wie etwa "Schausteller, Messebau, Handel, Gastronomie und Hotellerie, müssten branchenspezifische Hilfsprogramme her, "die aus Steuermitteln bezahlt werden, anstatt weiter die Beitragszahler zu belasten", forderte Dulger.

Nach Plänen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sollen Betriebe noch bis Ende Juni unter erleichterten Bedingungen Kurzarbeitergeld beantragen können. Die pandemiebedingten Sonderregelungen sollen um drei Monate bis zum 30. Juni verlängert werden.
1 Kommentar

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1.
Ronald Krispin
Erstellt 7. Februar 2022 11:59 | Permanent-Link

Prinzipiell hat er recht – Hilfen müssen sein! Und zwar maßgeschneidert auf die betroffene Unternehmensstrukturen. Wer sich zurücklehnt und abwartet bedarf unter Umständen anderer Unterstützung als jene, die neben Vorbereitungskosten bereits auch wieder viel Arbeitskraft einsetzen und am Ende doch leer ausgehen, weil sich manche Regelung wieder verschiebt und Erträge so ausbleiben.

Sehr schade allerdings, dass Herr Dulger in seiner haarscharfen Aufzählung wieder einmal die vergisst, die aktuell am schlechtesten gestellt sind. Sind es doch gerade die Kolleginnen und Kollegen in den Reisebüros und bei anderen Leistungserbringern, die es sich zum Beispiel gar nicht leisten können, mit nur kleiner Belegschaft neu durchzustarten und die dazu immer wieder Rückschläge erleiden, weil am Ende vielleicht doch nicht gereist wird. Da hilft KG-Unterstützung nur bedingt weiter.

Präsidenten – wo auch immer – mit mangelnder Sachkenntnis oder Ignoranz gegenüber kompletten Unternehmensstrukturen sollten hier mal auf den Prüfstand ...



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