Aktionen in Vorbereitung

Touristiker wollen wieder demonstrieren

Auch in Hamburg demonstrierten im vergangenen Jahr Touristiker vor dem ehrwürdigen Rathaus.
FVW Medien/ES
Auch in Hamburg demonstrierten im vergangenen Jahr Touristiker vor dem ehrwürdigen Rathaus.

Die Debatte um die Überbrückungshilfe III und um das Wiederzulassen von Reisen treibt Touristiker erneut auf die Straße: Per Facebook organisiert sich derzeit die Branche. Geplant ist ein starkes Zeichen, um den Druck auf die Politik zu erhöhen.

"Die Winterruhe ist vorbei", schrieben die Moderatoren der Facebook-Gruppe "Wir alle sind Touristik – Gemeinsam sind wir stark!" gestern den rund 8000 Mitgliedern. Die Gruppe hieß früher "Vorbereitung bundesweite Demos Reisebüros". Sie spielte schon bei der Entstehung und Organisation der Touristik-Protestwelle im vergangenen April und Mai eine zentrale Rolle.

Die Verhandlungen mit der Politik über eine Nachbesserung des Punktes 16 in der Überbrückungshilfe III, in dem es um Referenzumsätze geht, komme nicht voran, sagte Anke Mingerzahn auf fvw-Nachfrage. Sie ist eine der Moderatorinnen der Facebook-Gruppe. Sie habe auch mit Verbänden gesprochen und ihr sei signalisiert worden, dass neue Proteste nun helfen könnten bei den Verhandlungen mit der Politik.

"Wir möchten die Arbeit der Verbände mit unserer Initiative unterstützen", erläuterte Anke Mingerzahn. Dabei gehe es auch darum, der Forderung aus der Touristik Nachdruck zu verleihen, mit Hilfe von Teststrategien wieder mehr Geschäft zu ermöglichen.

Wo und wann genau demonstriert wird, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt. Darüber wird auch innerhalb der Facebook-Gruppe diskutiert. Eine Überlegung ist, zu einer zentralen Kundgebung in Berlin aufzurufen – und zwar in der Sitzungswoche des Bundestags vom 22. bis zum 26. März. Genaueres wird in Kürze bekannt gegeben.

Geplant sei, ein starkes Zeichen für die gesamte Touristik zu setzen, erläuterte Anke Mingerzahn, selbst Inhaberin eines Reisebüros in Gebesee (Thüringen). Deshalb werde auch diskutiert, alle Branchenteilnehmer für die Proteste zusammenzubringen, darunter die Mitarbeiter von Reisebüros, Veranstalter, Airlines und Flughäfen.

Auch die Gastronomie soll möglicherweise in die Proteste einbezogen werden. Sogar aus dem Ausland meldeten sich Touristiker bei ihr, die eine weitere Aktion gern unterstützen möchten, erläuterte Anke Mingerzahn.

Interesse kommt auch aus dem Ausland

Im April und Mai vergangenen Jahres waren schon einmal tausende Branchenteilnehmer zu Demonstrationen auf die Straße gegangen. Das Medienecho war riesig. Viele aus der Branche sind sich einig, dass die Proteste damals einiges positiv bewirkt haben, etwa was die Berücksichtigung von Reisebüros und Veranstaltern in der Überbrückungshilfe angeht.

Erst kürzlich war Anke Mingerzahn in einer Diskussionsrunde im Rahmen der Virtual Counter Days von fvw | TravelTalk aufgetreten. Dort hatte sie bereits angedeutet, dass es zu neuen Touristiker-Protesten kommen könnte. Ein Video der Diskussion findet sich hier.
1 Kommentar

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1.
Michael Röntzsch
Erstellt 25. Februar 2021 22:03 | Permanent-Link

Was letztes Jahr gut und richtig gewesen ist muss aktuell nicht das selbe bewirken. Wie auch schon in meinem Kommentar auf Facebook ist weniger oft mehr. Das bedeutet nicht das man nichts tun sollte, aber bitte gut überlegt.

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