Wegen Streits um Pandemie-Flüge

Ryanair schließt Kunden von gebuchten Flügen aus

Weil Ryanair Kosten für Flüge, die Reisende wegen der Pandemie nicht angetreten hatten, nicht erstattete, holten sich diese das Geld über die Kreditkartenfirma zurück.
Ryanair
Weil Ryanair Kosten für Flüge, die Reisende wegen der Pandemie nicht angetreten hatten, nicht erstattete, holten sich diese das Geld über die Kreditkartenfirma zurück.

Wegen Streits um Ticket-Rückerstattungen während der Corona-Pandemie hat Ryanair Medienberichten zufolge Passagieren den Check-in verweigert und sie erst nach Begleichung der Forderungen an Bord gelassen.

Wie die "Irish Times" berichtete, sind allein in Irland Hunderte Reisende betroffen. Nach Informationen der britischen Zeitung "Guardian" gibt es auch in Großbritannien mehrere Fälle. Es geht um sogenannte Chargebacks.

Weil die irische Billigfluglinie Kosten für Flüge, die sie wegen der Pandemie nicht angetreten hatten, nicht erstattete, nutzten Reisende die Möglichkeit, sich das Geld über die Kreditkartenfirma zurückzuholen. Die Namen und Daten so handelnder Kunden hat Ryanair sich offenbar gemerkt und verweigerte ihnen das Boarding bei später gebuchten Flügen, wie zuvor das Portal aerotelegraph.com berichtete. Das Unternehmen sieht sich im Recht und verwies auf die Geschäftsbedingungen.

Unklare Rechtslage

Die Betroffenen hätten nicht erstattungsfähige Tickets für Flüge gekauft, die trotz der Pandemie wie geplant durchgeführt wurden, sagte eine Ryanair-Sprecherin der "Irish Times". Die Rückbuchungen über das Kreditkarten-Unternehmen seien "unrechtmäßig" erfolgt. Die Airline sprach von einer "winzigen Minderheit" von weniger als 850 Reisenden. Diese Passagiere würden erst wieder mitgenommen, wenn sie ihre Schulden beglichen hätten. Wie "Irish Times" und "Guardian" berichteten, erfuhren viele Betroffene erst kurz vor Reiseantritt von der Sperrung. Den neuen Flug hatten sie trotzdem buchen können.

Erst vor kurzem hatte die britische Wettbewerbsbehörde Ermittlungen gegen Ryanair und den britischen Marktführer British Airways in diesen Fällen mit Verweis auf die unklare Rechtslage eingestellt.
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2.
Dietmar Pedersen
Erstellt 13. Oktober 2021 16:35 | Permanent-Link

Der Vertrag über den (neuen) Flug ist durch Buchung, Bestätigungsmail und Zahlung zustande gekommen, und das ohne irgendwelche Zusätze.

Die Nachforderung am Gate ist damit unzulässig und dürfte Erpressung sein. Die Betroffenen sollten den Abfertigungsmitarbeiter, den Geldannehmer und die Vorstände anzeigen.

Nur so lernt Ryanair.

Aber offensichtlich haben viele Menschen noch nicht gelernt, dass Ryanair kein ordentlicher Geschäftspartner ist.

1.
Yvonne Lang
Erstellt 13. Oktober 2021 15:21 | Permanent-Link

Wer Dreck bucht, bekommt Dreck. Wer billig kauft, bekommt billig. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Jan Lehmann
Erstellt 13. Oktober 2021 16:16 | Permanent-Link

@Yvonne Lang: Sehr volkstümlich ausgedrückt, aber im Kern natürlich richtig. Dennoch befindet sich meines Erachtens die Airline natürlich im Unrecht, wenn sie zulässt, daß die Kunden einen neuen Vorgang buchen und dann diesen neuen Vertrag nicht erfüllt, denn das konnten die Kunden natürlich nicht erwarten. Das grenzt ja schon an Erpressung. Wenn ich mit einem Kunden ein Problem habe, dann gehe ich erst gar kein neues Geschäft mit ihm ein.

Bernhard Klodwig
Erstellt 13. Oktober 2021 16:32 | Permanent-Link

@Jan Lehmann: Ryan Air praktiziert eben eine sehr effektive Methode. Dagegen zu klagen, erfordert wieder Nerven und dauert lange.

Franz Koepernik
Erstellt 14. Oktober 2021 11:31 | Permanent-Link

@Jan Lehmann: vollkommen richtig, allerdings gilt das auch für die Kunden umgekehrt, aber hier gilt wohl nur das Motto "Geiz ist geil"



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