Verbandschef

Deutsche Airlines verlieren Marktanteile

Verbandschef Stefan Schulte hält heimische Airlines mit Drehkreuzen im Inland für wichtig.
BDL
Verbandschef Stefan Schulte hält heimische Airlines mit Drehkreuzen im Inland für wichtig.

Stefan Schulte, Chef des Luftfahrtverbands BDL, befürchtet, dass die deutschen Airlines ins Hintertreffen geraten. Schuld seien Steuern und Gebühren.

Die Geschäfte von Lufthansa und Co laufen gut, doch im internationalen Wettbewerb verlieren die deutschen Fluggesellschaften Marktanteile im Passagier- und Frachtgeschäft. Zu diesem Ergebnis kommt der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) in seiner am Montag veröffentlichten Bilanz für die erste Hälfte dieses Jahres.

Als Gründe für die vergleichsweise schwächere Entwicklung der heimischen Anbieter beklagt der BDL-Präsident und Chef des Frankfurter Flughafens, Stefan Schulte, nationale und europäische Sonderlasten. „Deutsche Luftverkehrsunternehmen verlieren Marktanteile“, sagte Schulte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Heimische Airlines mit Drehkreuzen im Inland seien aber wichtig, um eine Vielfalt an Strecken zu erhalten. Für den Rückgang machte Schulte unter anderem die Luftverkehrssteuer und Sicherheitsgebühren verantwortlich.

Mit einem an den verkauften Sitzkilometern gemessenen Wachstum von 6,1 Prozent im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2016 bleiben die deutschen Airlines hinter den Durchschnittswerten für Europa (+8,8 Prozent) und die Welt (+7,9 Prozent) zurück, berichtete der Verband.

Seit 2011 sei der Marktanteil der heimischen Anbieter in Deutschland vor allem wegen des starken Wachstums der meist ausländischen Billigflieger um 6 Punkte auf 56 Prozent gefallen. Auch die ausländischen Netz-Airlines hätten ihr Angebot ausgebaut, während der Lufthansa-Konzern viele Flüge zu seiner Billigtochter Eurowings verlagert hat.

Die Flughäfen haben nach BDL-Angaben in den ersten sechs Monaten 110 Millionen an- und abreisende Fluggäste begrüßt. Das waren 6,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Neue, von deutschen Flughäfen erreichbare Ziele sind kaum noch hinzugekommen: Ihre Zahl stieg von 2010 bis jetzt um 4 auf 356 (+1,1 Prozent). Die Zahl der wöchentlichen Starts wuchs in dieser Zeitspanne um 10,9 Prozent auf 15.153. (dpa)

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