Trotz Staatshilfe

Lufthansa-Vorstand erhält Boni für Corona-Jahre

Der Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr – hier auf einer Veranstaltung zur Taufe der eines Airbus 350 auf den Namen München im April 2022 — soll auch für zurückliegende Jahre einen Bonus erhalten.
Imago/Sven Simon
Der Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr – hier auf einer Veranstaltung zur Taufe der eines Airbus 350 auf den Namen München im April 2022 — soll auch für zurückliegende Jahre einen Bonus erhalten.

Europas größer Airline-Konzern stand aufgrund der Corona-Pandemie zeitweise kurz vor der Insolvenz. Mit Staatskrediten wurde die Lufthansa dann gerettet. Nun erhält der Vorstand um Chef Carsten Spohr Boni für die Jahre.

Die Vorstandsmitglieder der Lufthansa AG sollen offenbar auch für 2021 einen Bonus erhalten. Der Aufsichtsrat habe bei einer Sitzung Anfang Dezember entsprechenden Bonuszahlungen in Millionenhöhe für die Jahre 2021 und 2022 zugestimmt. Das berichtet zumindest das "Handelsblatt" unter Berufung auf Konzernkreise.

Die Zahlungen für 2021 sind den Angaben zufolge im Aufsichtsrat umstritten, weil die Lufthansa von der Bundesregierung milliardenschwere Hilfen erhalten hatte, um eine Insolvenz infolge der Corona-Krise zu vermeiden. Laut dem Bericht stimmten einige Aufsichtsratsmitglieder auf Arbeitnehmerseite gegen die Prämien, da nach ihrer Ansicht die Zahlung ein Verstoß gegen die Auflagen des staatlichen Rettungspakets wäre.

Ein Lufthansa-Sprecher sagte dem "Handelsblatt", dass die beschlossenen Prämien erst von 2025 an ausgezahlt werden sollen. Daher liege kein Verstoß gegen staatliche Auflagen vor. Dies gehe auch aus einem vom Aufsichtsrat in Auftrag gegebenen Gutachten vor.

Während der Pandemie hatte die Fluggesellschaft Milliardenverluste gemacht. 2020 und 2021 lief ein operativer Verlust von 7,8 Mrd. Euro auf. Der Bund sprang mit einem Rettungspaket vorübergehend als Anteilseigner ein. Inzwischen hat die Lufthansa die Hilfen vollständig zurückgezahlt. Der Bund hat seine Beteiligung mit mehr als 700 Mio. Euro Gewinn wieder verkauft.

Erst vor wenigen Tagen hat die Lufthansa ihre Gewinnprognose für dieses Jahr noch einmal angehoben.
20 Kommentare Kommentieren

Sie müssen sich einloggen oder registrieren, um kommentieren zu können.

7.
Wolfgang Hoffmann
Erstellt 22. Dezember 2022 17:38 | Permanent-Link
bearbeitet

... und wieder läuft im Hintergrund "In dä Kaffeebud" von den Bläck Föös, während hier die vorweihnachtliche Post abgeht. Spannend! Hätte ich gar nicht erwartet, dass ich noch mal so viel Unterhaltung geboten bekomme. Okay, 2 Tage vor Heiligabend ist es ruhig im Büro, niemand streikt und das Wetter spielt auch nicht verrückt... da ist man schon doch darauf angewiesen, dass Lars Peters und Marija Linnhoff Fingerhakeln spielen. Bringt ja schließlich auch Quote. Und Quote ist gut fürs Geschäft.

6.
Gereon Krahn
Erstellt 21. Dezember 2022 14:05 | Permanent-Link

Jetzt freut Euch doch auch einmal. Immerhin gibt es unsere Lufthansa noch, ja auch mit und durch staatliche Unterstützung. Außerdem hat man doch auch Corona Erfahrungswerte mit einfließen lassen. Er wartet auf die Auszahlung in etwa so lange wie Kunden auf die Rückzahlung.

5.
Lars Peters
Erstellt 21. Dezember 2022 09:00 | Permanent-Link
bearbeitet

Die Staatshilfen wurden mit Zinsen zurückgezahlt. Die Lufthansa-Aktie steigt wieder. Durch den Verkauf der vom Staat zwischenzeitlich erworbenen Aktien erzielt der Bund einen Gewinn von 760 Mio. Euro. Der Deal zwischen Lufthansa und Staat hat sich offensichtlich für beide Seiten gelohnt. Das wird in der Diskussion oft vergessen. Und das scheint auch für Lufthansa der Grund zu sein, weshalb der Pakt mit dem Staat abgeschlossen ist. Und wahrscheinlich ist man deshalb nicht mehr an die Vorgaben aus dem Vertrag über die Staatshilfen gebunden. Davon kann man halten, was man will, aber rechtlich scheint das alles sauber zu sein. Darüber hinaus wird wohl für 2022 ein Milliardengewinn erwirtschaftet. Da kann man also auch mal wieder über Boni nachdenken.

Marija Linnhoff
Erstellt 21. Dezember 2022 18:05 | Permanent-Link

@Lars Peters: Sagen Sie mal – entspringen diese (in meiner Wahrnehmung) "schleimigen" Ergüsse (ihre Wortwahl wäre wohl statt schleimig eher diplomatisch) ihrem Intellekt oder schreibt Ihnen diese Herr Orth vor?

Sie sollten sich mal damit befassen was die LH tatsächlich mit beispielsweise den 9 Milliarden gemacht hat respektive wofür sie verwendet wurden, verehrter Herr Peters. Oder wieviel unbezahlte Mehrarbeit in Reisebüros, bei Reiseveranstaltern, Dienstleistern et cetera, durch grobe (!) Managementfehler während und nach der Pandemie entstanden sind! Diese groben Managmentfehler berechtigten (meiner Meinung nach) eher zu Gehaltskürzungen, statt Boni-Nachzahlungen!
Aber Sie "kriechen" (meiner Ansicht nach) vor der LH, um ein Kopf streicheln verbunden mit wohlwollenden Lächeln zu erhaschen? Beschämend!

Man(n) Man(n) Man(n) lesen Sie eigentlich auch was Kollegen schreiben beziehungsweise wie Kollegen argumentieren?

Lutz Schmidt Moderator
Erstellt 22. Dezember 2022 08:51 | Permanent-Link
bearbeitet

@Marija Linnhoff: Liebe Frau Linnhoff, bitte beleidigen Sie nicht andere Kommentatoren hier. Sonst bin ich gezwungen, die Kommentarfunktion für diese Meldung abzustellen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Online-Redaktion

Lars Peters
Erstellt 22. Dezember 2022 13:32 | Permanent-Link

@Lutz Schmidt: Die herablassende Art ist man von Frau Linnhoff gewohnt. Ich rechne sogar damit, weil Frau Linnhoff ein wandelndes Klischee ist. Ich finde es aber gut, dass Sie eingreifen, wenn es zu doll wird. Danke.

Wolfgang Hoffmann
Erstellt 22. Dezember 2022 17:32 | Permanent-Link

@Lars Peters: was ist denn ein "wandelndes Klischee"?

Ist das auch was "schleimiges"?

Marija Linnhoff
Erstellt 22. Dezember 2022 16:33 | Permanent-Link

@Lutz Schmidt: ach, Herr Schmidt – ich tue MEINE MEINUNG kund und beleidige nicht! Sollten meine Kommentare bei Herrn Peters oder anderen Kommentatoren als Beleidigung ankommen, tut es mir leid!

Aber wo oder wen beleidige ich? Das würde mich schon interessieren, denn ich will ja lernen!

Andre Röckmann
Erstellt 22. Dezember 2022 20:36 | Permanent-Link

@Lutz Schmidt:
"Wir haben 100 Leute gefragt": die Sendung noch bekannt? Wenn zum Thema Lufthansa und Boni dann auf allen Plattformen 99 Touristiker mit Schimpfwörtern und Flüchen in Richtung LH nicht sparen und nur ein stadtbekannter VUSR Follower aus der Ecke kommt (oh, die Linnhoff schreibt – mein Auftritt), um dann das Vorgehen der Airline in höchsten Tönen zu loben, dann fragt man sich schon, aus welchem Schneckenhaus er gekrochen kommt. Ist es nicht die Aufgabe der Fachzeitschrift diese völlig gegensätzliche Meinung zu hinterfragen?
Ich hoffe die fvw behält Ihre Neutralität, der Abonnent wird es danken.

Lars Peters
Erstellt 22. Dezember 2022 13:31 | Permanent-Link

@Marija Linnhoff: Ihre Aussagen sind mir zu unkonkret. Vielleicht sollten Sie die Aussage "grobe (!) Managementfehler" etwas konkretisieren und nicht bloß vage bleiben. Genauso die Andeutung was LH tatsächlich mit den Hilfen gemacht hat, beziehungsweise wofür sie verwendet wurden.

Die unbezahlte Mehrarbeit während der Pandemie ist doch wohl aufgrund außergewöhnlicher Umstände entstanden, für die keiner in der Touristik etwas konnte. Die Reisebestimmungen, die zu Reiseabsagen und Flugstreichungen geführt haben, wurden nicht von Managern der Touristikkonzerne oder Fluggesellschaften erlassen.

Es ist mit Sicherheit nicht alles gut gelaufen – die Rückzahlungen, auf die die Kunden unfassbar lange warten mussten, der schlechte Service, die Flugstreichungen in diesem Jahr. Und das weiß man bei Lufthansa auch. Da kann ich die Empörung über die jetzt vom Aufsichtsrat genehmigten Boni komplett nachvollziehen. Aber auf der anderen Seite muss man eben auch festhalten, dass Lufthansa wieder gut dasteht. Wie erwähnt wurden die kompletten Staatshilfen mit Zinsen zurückgezahlt und der Bund hat fast eine Milliarde zusätzlich erhalten. Die Aktienkurse steigen wieder, es wird ein Gewinn erwartet und Deutschland hat eine wettbewerbsfähige Airline.

Marija Linnhoff
Erstellt 22. Dezember 2022 16:41 | Permanent-Link

@Lars Peters: Stellen Sie Ihre Fragen Ihrem Herrn Orth, der weiss doch alles oder nicht? *lach*

4.
Marija Linnhoff
Erstellt 20. Dezember 2022 22:42 | Permanent-Link

Unfassbar – aber was soll's? Herr Spohr ist und hält sich für Gott – sonst dürfte er ja auch nicht (ungestraft) Flugstrecken verkaufen die er 2023 gar nicht bedienen wird in 2023.

Kunden zahlen weiterhin für Flüge – wo jetzt schon feststeht, sie werden nicht geflogen und das unter dem Vorwand: Fachkräftemangel – mir wird jedesmal übel wenn ich unsere Branche vor Ehrfurcht zittern sehe – was sind wir doch für eine von Heuchlern geprägte Branche – shame on you

Wenn Vertrieb und Veranstalter einmal nur (!) zusammen halten würden – wäre Herr Spohr chancenlos!

Ingo Simandi
Erstellt 21. Dezember 2022 07:48 | Permanent-Link

@Marija Linnhoff: Wir sind doch in der Vorweihnachtszeit und das ist die Zeit des Wichtelns und des Wünsche erfüllens, der Barmherzigkeit und der offenen Geldbörsen für wohltätige Zwecke und Spenden. Dies trifft doch in diesem Fall alles zu.
Wo wäre eigentlich dieser Mensch, wenn der Steuerzahler vor Jahren nicht ausgeholfen hätte, in der Schlange vor dem Arbeitsamt, wie viele seiner Mitarbeiter (bildlich gesprochen) oder aber, er würde eine Fluglinie in Neukaledonien leiten. Warum gibt es nicht rechtschaffende Juristen, die diesem Spuk eine Ende bereiten, auf legalem Weg.
Und Marija, der Wunsch am Ende, wie lange hegen wir den schon, leider werden an Weihnachten doch nicht alle Wünsche erfüllt. In diesem Sinn ein paar geruhsame und friedliche Feiertage, das kommende Jahr wird viele Überraschungen bieten.

Lars Peters
Erstellt 22. Dezember 2022 16:11 | Permanent-Link
bearbeitet

@Marija Linnhoff: Welche Strecken werden denn 2023 nicht bedient und bei welchen Strecken steht jetzt schon fest, dass sie nicht geflogen werden?

Marija Linnhoff
Erstellt 22. Dezember 2022 18:42 | Permanent-Link
bearbeitet

@Lars Peters: ach ? das wissen Sie nicht? Fragen Sie Herrn Orth, der widerum sollte Herrn Fiebig fragen!

Und zum Schluss noch etwas - Sie sollten aufhören zu versuchen, MICH vorführen zu wollen! Bisher hat es Spass gemacht, aber jetzt ist es zu Ende! Sie und Menschen wie Herr Orth oder Frau Dallmeier u.a. denken tatsächlich immer noch ich schlafe im stehen mit dem Kopf an der Wand *kopfschüttel*

und wenn Sie oder Herr Orth oder sonstwer sich beleidigt fühlt der Klageweg bleibt Ihnen unbenommen - so wie auch mir.

FROHE WEIHNACHTEN !

3.
Christian Weimann
Erstellt 20. Dezember 2022 16:26 | Permanent-Link

Wenn man bedenkt, dass der jetzige Gewinn fast ausschließlich auf den Bereich Cargo und Technik beruht, muss man sich über den Aufsichtsrat wundern, so etwas abzusegnen. Vorstand und Aufsichtsrat bewegen sich in einer eigenen Blase,
Diejenigen die alles ausbaden dürfen hätten erst recht einen Anspruch auf einen Boni. Alle LHGroup-Kollegen/innen an der Front und wir als Vermittler der LH-Gruppe.
Die Hausaufgaben im Passagebereich sind immer noch nicht gemacht.

2.
Johannes Betzold
Erstellt 20. Dezember 2022 15:36 | Permanent-Link

Dreister geht's nicht mehr ...

Marija Linnhoff
Erstellt 20. Dezember 2022 15:48 | Permanent-Link

@Johannes Betzold: Richtig dreist und unverschämt ist das!

Aber ich bin mir sehr sicher das diese Boni-Zahlungen noch ein Nachspiel haben werden – ganz sicher sogar, denn noch glaube ICH persönlich NICHT an eine "Bananenrepublik Deutschland", sondern bin felsenfest von der Rechtsstaatlichkeit überzeugt!

1.
Ronald Krispin
Erstellt 20. Dezember 2022 15:20 | Permanent-Link

"Nun erhält der Vorstand um Chef Carsten Spohr Boni für die Jahre."

Und das bestimmt dann mal der Aufsichtsrat. Glück gehabt! Denn würden enttäuschte Fluggäste, fußvölkisches Personal und resignierende Branchenpartner - wie z.B. mehrfachbelastete Flugvermittler - gefragt, wäre das Ergebnis sicher noch eindeutiger. Dummerweise dann in die andere Richtung.

Einsatz und Bestreben für einen optimalen Betriebsablauf in erster Linie für die (das Geld gebenden) Kunden scheint allerdings hierbei weniger ausschlaggebend. Vielmehr gelten allein wirtschaftliche Kriterien, die den Menschen hinter dem PNR nicht mehr wahrnehmen und die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht nachvollziehen können. So wie man es seit Jahren kennt.



stats