Schnelle Reaktion

Eurowings will Easyjet-Crews in Berlin anheuern

Bekommen Verstärkung: Die Zahl der Eurowings-Mitarbeiter soll aufgestockt werde, auch durch Angebote an möglicherweise vor der Entlassung stehende Beschäftigte von Easyjet in Berlin.
Eurowings
Bekommen Verstärkung: Die Zahl der Eurowings-Mitarbeiter soll aufgestockt werde, auch durch Angebote an möglicherweise vor der Entlassung stehende Beschäftigte von Easyjet in Berlin.

Low Cost Carrier Easyjet will die Zahl der Mitarbeiter am Hauptstadtflughafen BER reduzieren. Eurowings sieht das als Chance und will den Beschäftigten des Wettbewerbers ein Jobangebot vorlegen.

Die ersten Stellenanzeigen von Eurowings für Kabinenpersonal am Standort Berlin sind schon online. Weitere für das Cockpit-Personal sollen folgen. Damit reagiert die Lufthansa-Tochter zügig auf die  Ankündigung von Konkurrent Easyjet, die Zahl der am BER stationierten Maschinen kräftig zu reduzieren und bis zu 275 Arbeitsplätze abzubauen.

Man sei von dem Easyjet-Entschluss überrascht worden, erläuterte Eurowings-CEO Jens Bischof während eines virtuellen Pressegesprächs. Für den Low Cost Carrier aus dem Hause Lufthansa ist das jedoch durchaus eine Chance, dringend gesuchtes Personal zu finden.

Denn derzeit sucht Eurowings für die kommende Saison rund 700 neue Mitarbeiter. "Wir werden allen interessierten Crews der Easyjet in Berlin ein attraktives Angebot machen", erklärte daher Bischof.

Die schnelle Reaktion der Lufthansa-Tochter ist auch ein Indiz für deren Aufschwung in der mittlerweile abflauenden Corona-Krise. "Das Geschäft kommt stark zurück", berichtet Bischof. Buchungen kämen zuhauf rein. Pro Tag verzeichne der Carrier derzeit mehrere zehntausend Buchungseingänge. Das seien Werte, die es vor Corona nicht gegeben hätte, so der Eurowings-Chef.

Die starke Nachfrage spiegelt dabei auch die Fokussierung der Airline insbesondere auf touristischen Ziele – 140 fliegt man im Sommer insgesamt an – wider, auch wenn das Business-Travel-Geschäft derzeit ebenfalls anzieht. So fliegt Eurowings in der Hauptsaison allein bis zu 380 Mal die Woche von 22 Airports in Europa nach Palma de Mallorca – vergangenes Jahr waren es 320 Flüge.

Bischof jedenfalls sieht seine Airline auch im Vergleich zur Low-Cost-Konkurrenz bestens positioniert. Dafür spricht für ihn nicht nur der angekündigte Arbeitsplatzabbau von Easyjet in Berlin, sondern auch der Rückzug von Ryanair in Düsseldorf und Stuttgart sowie von Wizzair in Dortmund.

Man sei unter den Billigfliegern die "Value"-Airline für Europa. Heute, so Bischof, frage anders als in der Vergangenheit niemand mehr, wie sich die Eurowings von Ryanair unterscheide.

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