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Rekordgewinn dank günstigem Kerosin

Ryanair-Boss Michael O’Leary rechnet mit einem weiteren Preisverfall um sieben Prozent.
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Ryanair-Boss Michael O’Leary rechnet mit einem weiteren Preisverfall um sieben Prozent.

Die Flugpreisde bei Ryanair fallen weiter. Grund sind auch sinkende Treibstoffrechnungen. Erwartet wird ein verschärfter Wettbewerb in der Branche.

Günstiges Kerosin hat dem irischen Billigflieger Ryanair im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Rekordgewinn beschert. Selbst ohne den Verkauf der Beteiligung an der Fluggesellschaft Aer Lingus verdiente die Easyjet-Rivalin in den zwölf Monaten bis Ende März unter dem Strich 1,2 Mrd. Euro und damit rund 43 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im laufenden Geschäftsjahr dürfte es aber nicht mehr so stark nach oben gehen, wie Ryanair in Dublin mitteilte.

Finanzchef Neil Soharan erwartet, dass die Fluggesellschaften ihre sinkenden Treibstoffrechnungen wegen des Konkurrenzkampfs zu einem spürbaren Teil ihren Kunden zugutekommen lassen müssen. Das werde das Gewinnplus im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich auf 13 Prozent begrenzen.

Der Druck auf die Ticketpreise zeigte sich auch an den Jahreszahlen: So wuchs die Zahl der verkauften Tickets um 18 Prozent auf über 106 Millionen. Der Umsatz legte jedoch nur um 16 Prozent auf 6,5 Mrd. Euro zu.

So bekam Ryanair in den Monaten Januar bis März im Schnitt sieben Prozent weniger Geld pro Flugticket als ein Jahr zuvor. Im laufenden Geschäftsjahr dürfte der Preisverfall im Schnitt etwa auf diesem Niveau bleiben, schätzt Ryanair-Boss Michael O’Leary. Besonders stark dürften die Ticketpreise im nächsten Winter sinken.

Einen Grund dafür sieht Ryanair in den gesunkenen Kerosinpreisen. Bei vielen Airlines, die ihren Treibstoff lange im Voraus eingekauft hätten, komme der gesunkene Ölpreis erst jetzt so richtig in den Bilanzen an, sagte O'Leary. Dies gelte auch für Ryanair. Der Billigflieger erwartet in laufenden Geschäftsjahr eine Entlastung um rund 200 Mio. Euro. Nach Ansicht des Management wird dieser Effekt den Wettbewerb in der Luftfahrt verschärfen.

Für Verunsicherung sorgt auch der mysteriöse Absturz eines Passagierjets der Egypt Air vergangene Woche. Schon in den vergangenen Monaten bekamen die Airlines die Folgen der Terrorattacken von Paris und Brüssel zu spüren. So musste Ryanair wegen der Anschläge in Belgien sowie Fluglotsen-Streiks vor allem in Frankreich mehr als 500 Flüge in den Monaten Januar bis März streichen. Die Ryanair-Konkurrentin Easyjet war im Winterhalbjahr infolge der Anschläge vor Steuern in die roten Zahlen geflogen. (dpa)

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