Prognose

Flugsicherung erwartet mehr Flüge

Für ihre höchst stressige Arbeit sollen die Fluglotsen mehr neue Technik zur Seite gestellt kriegen.
DFS Deutsche Flugsicherung/ H.-J. Koch
Für ihre höchst stressige Arbeit sollen die Fluglotsen mehr neue Technik zur Seite gestellt kriegen.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) erwartet auch für die kommenden Jahre einen leicht wachsenden Luftverkehr. Gleichzeitig muss dieser mit weniger Lotsen bewältigt werden.

Im laufenden Jahr werde die Zahl der von DFS-Lotsen kontrollierten Flüge voraussichtlich um ein weiteres Prozent steigen, sagte Flugsicherungschef Klaus-Dieter Scheurle in Langen bei Frankfurt. Vor allem das wirtschaftliche Wachstum und der härtere Wettbewerb zwischen den Fluggesellschaften hatten im vergangenen Jahr die Zahl der Flüge über Deutschland um 1,6 Prozent auf 3,03 Millionen steigen lassen. Auch für die Jahre bis 2021 erwartet die DFS vor allem wegen des ausgedehnten Angebots der Billigflieger mehr Flüge über Deutschland. Bremsend wirke allerdings die deutsche Luftverkehrssteuer für jedes Ticket, sagte Scheurle.

Gleichzeitig will die DFS künftig mit einer kleineren Mannschaft den wachsenden Flugverkehr bewältigen. Den bis 2019 geplanten Personalabbau um rund 600 Kräfte auf 5500 Beschäftige habe man bereits zu mehr als zwei Dritteln bewältigt, sagte Scheurle. Ausscheidende Kollegen würden nur in 43 Prozent der Fälle ersetzt. Weil gleichzeitig die Zahl der von der DFS kontrollierten Flüge steigt, setzt das bundeseigene Unternehmen neue Technologien mit höherer Automatisierung ein.

In den kommenden Jahren will die DFS die Tower-Kontrolle kleinerer deutscher Flughäfen aus einem Zentrum in Leipzig erledigen. Den Anfang macht 2018 Saarbrücken, dann folgen nach den DFS-Plänen Dresden, Erfurt, Münster/Osnabrück und Bremen.

Die DFS erhöhte im vergangenen Jahr ihren Umsatz mit steigenden Gebühren und zusätzlichem Geschäft um 8,7 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro. Der Überschuss stieg stark von 34,9 auf 122,4 Mio. Euro. Das reicht nach Scheuerles Einschätzung allerdings bei weitem nicht, die durch Niedrigzinsen entstandene Deckungslücke bei den Betriebsrenten für die Fluglotsen zu schließen. Scheurle bezifferte die Lücke auf 1,7 Mrd. Euro. Das Unternehmen werde in den nächsten Tarifverhandlungen mit den Lotsen im Jahr 2018 darauf drängen, dass das Personal einen Teil des Zinsrisikos übernehme. Eine Zinswende sei nicht absehbar. (dpa)

Sie müssen sich einloggen oder registrieren, um kommentieren zu können.



stats