Paris Air Show

Boeing hält Riesenjets für überholt

Boeing sieht für die jüngste Generation des Jumbojets – B-747-8 – nur noch Nachfrage als Frachter.
The Boeing Company
Boeing sieht für die jüngste Generation des Jumbojets – B-747-8 – nur noch Nachfrage als Frachter.

Der weltgrößte Flugzeug-Hersteller sieht für die Zukunft kaum noch Bedarf nach Flugzeugen mit mehr als 400 Sitzen. Doch das trifft den Wettbewerber Airbus mit seiner A-380 weit härter.

Der US-Flugzeug-Hersteller Boeing erwartet in den nächsten 20 Jahren eine weiter wachsende Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen – aber nicht für ganz große Jets. In der Zeit bis 2036 würden weltweit voraussichtlich gut 41.000 Passagier- und Frachtjets benötigt, sagte Boeing Marketingmanager Randy Tinseth auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget. Das sind 3,6 Prozent mehr, als Boeing vor einem Jahr für die zwei Jahrzehnte bis 2035 vorhergesagt hatte. Im Gegensatz zum Rivalen Airbus berücksichtigen die US-Amerikaner dabei auch Regionaljets mit weniger als 100 Sitzen.

Eine düstere Zukunft zeichnet Boeing für ganz große Flugzeuge wie den weltgrößten Passagierjet, die A-380 von Airbus. Seine Rubrik für Jets mit mehr als 400 Sitzplätzen hat der Hersteller mit der ab 300 Sitzen zusammengelegt – und die Aussichten eingedampft. Vor 20 Jahren habe auch Boeing gedacht, dass mehr sehr große Jets gebraucht würden, sagte Tinseth. Aber auch das größte Modell der Amerikaner, der Jumbo-Jet B-747-8, sei nur noch als Frachter gefragt. Die größte Nachfrage entfalle bis 2036 mit voraussichtlich 72 Prozent auf Mittelstreckenjets mit einem Gang zwischen den Sitzen, gefolgt von kleineren und mittelgroßen Langstreckenjets.

Dass Airbus sein Flaggschiff jetzt mit riesigen abgeknickten Flügelenden („Winglets“) und 80 zusätzlichen Sitzen für die Airlines wirtschaftlicher machen will, hält Tinseth für Augenwischerei. „Neue Winglets an ein Flugzeug zu montieren, das einfach zu groß ist, macht dieses Flugzeug kein bisschen kleiner“, sagte er. (dpa)

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