Billigflieger-Rückblick

Vor 20 Jahren startete Hapag-Lloyd Express

Vor 20 Jahren: Ex-TUI-Chef Michael Frenzel mit dem Modell einer HLX-Boeing.
TUI
Vor 20 Jahren: Ex-TUI-Chef Michael Frenzel mit dem Modell einer HLX-Boeing.

Für manche aus der Branche ist der 24. Oktober ein legendärer Tag: Vor exakt 20 Jahren ging Hapag-Lloyd Express, kurz HLX, an den Start und verkaufte erste Tickets. Die Kurz-Marke lebt weiter, die Fluggesellschaft indes ist Geschichte.

Es war ein ziemlicher Wettstreit, den sich Lufthansa und TUI damals lieferten. Beide wollten 2004, als Ryanair und Easyjet boomten, selbst mit Billigfliegern an den Start. Lufthansa entwickelte in Köln den Eurowings-Vorgänger Germanwings, TUI bastelte in Hannover an Hapag-Lloyd Express, kurz HLX oder HLX.com genannt. Den Wettlauf gewann Germanwings, die wenige Wochen vor der TUI-Billig-Airline abhob.


Markanter waren aber zweifelsohne die Jets von Hapag-Lloyd Express. Ihre Macher hatte für die Außendarstellung die Farbe Gelb gewählt und die Jets im Design der US-Taxis Yellow Cabs erstrahlen lassen. Die Tickets wurden mit dem Slogan "Fliegen zum Taxipreis" unters Volk gebracht. Verkaufsstart war vor exakt 20 Jahren. In den ersten sechs Wochen generierten die HLX-Verkäufer über die Website gut 140.000 Buchungen – und damit weit mehr als erwartet. Ab 19,99 Euro konnte man damals kreuz und quer durch Europa fliegen. Mit etwas Glück erwischten die Low-Cost-Kunden sogar noch günstigere Tarife.

Der Erstflug hob dann am 2. Dezember 2002 ab – am Flughafen Berlin/Tegel und landete in Köln/Bonn, der damals als Low-Cost-Airport Billigflieger anzog.

Eine Boeing 737 von HLX. Lange ist es her...
HLX
Eine Boeing 737 von HLX. Lange ist es her...

HLX steuerte mit einer Flotte von Boeing 737-700 unter anderem ab Berlin-Tegel, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, München, Nürnberg, Stuttgart und Sylt 40 Ziele in zehn europäischen Ländern an. Die Jets waren in Köln/Bonn, Hannover, Leipzig/Halle und Stuttgart stationiert.

Nach drei Jahren Ablösung durch TUIfly

Die HLX-Flugära dauerte nur kurz. Nach nicht einmal fünf Jahren, am 15. Januar 2007 wurde Hapag-Lloyd Express mit der Schwestermarke Hapagfly (vormals Hapag-Lloyd Flug) zur gemeinsamen Dachmarke TUIfly verschmolzen.

Als touristische Veranstalter-Marke lebt HLX weiter: 2010 erwarb Karlheinz Kögel von TUI die Markenrechte, um unter hlx.com einen Online-Reiseveranstalter aufzubauen.

HLX trug das Iata-Code X3. Dieser wird nach wie vor von TUIfly in Deutschland genutzt.
2 Kommentare Kommentieren

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1.
Tuba Uensal
Erstellt 25. Oktober 2022 12:16 | Permanent-Link

Hach ... waren das noch schöne Zeiten in der Tourisik.

Andreas Schlehuber
Erstellt 26. Oktober 2022 04:24 | Permanent-Link

@Tuba Uensal: Kann man sagen. Heute werden Gepäckfächer vermietet und Schnittchen vorverkauft.



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