In Großbritannien

Experten attackieren Airlines wegen Flugchaos

London-Heathrow bleibt größtes europäisches Drehkreuz – trotz Flugchaos.
Getty Images
London-Heathrow bleibt größtes europäisches Drehkreuz – trotz Flugchaos.

Die Luftfahrtbranche hat weltweit mit Engpässen und Verspätungen zu kämpfen. Britische Experten sehen die Schuld bei den Fluggesellschaften.

Ausschlaggebend sei insbesondere ein Pilotenmangel, der von den Unternehmen selbst verursacht sei. 

"Jetzt, wo die Covid-19-Krise nachlässt und die Nachfrage tatsächlich Anzeichen einer raschen Erholung zeigt, beginnen sie zu sehen, dass sie weniger Piloten haben (aber die gleiche Menge an Flügen zu erledigen haben)", sagte Umang Gupta vom Beratungsunternehmen Alton Aviation im Gespräch mit der Zeitung "Business Insider". Die Piloten seien nicht mehr bereit, die Arbeit auf demselben Gehaltsniveau wie vor der Pandemie anzunehmen. Die Fluggesellschaften müssten höhere Gehälter anbieten, um den Pilotenmangel zu verringern. 



Mike Clancy, Generalsekretär der Prospect Union, die Fluglotsen, lizenzierte technische Ingenieure und Luftverkehrssystemspezialisten vertritt, erkennt einen allumfassenden Mangel beim Flugpersonal: "Wenn man derzeit in einer Flughafenumgebung arbeitet, ist es noch stressiger als sonst."

John Strickland von JLS Consulting gibt sich noch pessimistischer. Der Personalmangel wird seiner Meinung nach noch andauern, weshalb die Sommersaison "holprig" ausfallen werde. "Es gibt sehr viele Unsicherheiten", sagt Strickland. 



Aufgrund der Pandemie waren sehr viele Fluggesellschaften gezwungen, einen Teil ihrer Mitarbeiter zu beurlauben oder zu entlassen. Die "Financial Times" berichtet, dass zum September 2021 im Vergleich zum Zeitraum vor der Pandemie weltweit etwa 2,3 Mio. Menschen weniger in der Luftfahrt beschäftigt waren.

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