Ganz ohne CO2-Ausstoß

Dänemark will im Inland "grün" fliegen

 Danish Air Transport (DAT) – hier allerdings in Hamburg – fliegt viel innerhalb Dänemarks.
Oliver Sorg
Danish Air Transport (DAT) – hier allerdings in Hamburg – fliegt viel innerhalb Dänemarks.

Auch wenn Länge und Zahl der Inlandsflüge in dem kleinen Land überschaubar sind: Mit der Ankündigung, spätestens 2030 keinen Treibstoff auf fossiler Basis mehr einzusetzen, will Dänemark ein Zeichen setzen.

Bereits in drei Jahren sollen die ersten Flüge ohne "echtes" Kerosin stattfinden. Und fünf Jahr später soll es im Inland dann keine einzige Verbindung mehr geben, bei der fossile Brennstoffe verbrannt werden. Das jedenfalls hat Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen angekündigt.

Dabei betonte sie, dass es bei der Nachhaltigkeit im Luftverkehr nicht um Verzicht auf Flüge gehen dürfe. Denn zu reisen bedeute zu leben – und dies sei ohne Flüge in der Regel nicht machbar. Vielmehr müsse der technische Fortschritt mit aller Kraft vorangetrieben werden.

Was sie genau mit "grün fliegen" meint, hat Frederiksen nicht näher definiert. So kämen als Ersatz für das klassische Kerosin sowohl biologische Alternativen als auch synthetischer Kraftstoff in Frage, der aus Wasser, erneuerbarem Strom von Windrädern, Abfall-CO2 aus Biogasanlagen sowie CO2 aus der Umgebungsluft gewonnen werden könnte. Die weltweit erste Anlage, die derartigen Treibstoff produziert, ging im vergangenen Jahr im emsländischen Werlte in Betrieb. Bislang sind auf diese Weise aber nur winzige Mengen herstellbar.

Denkbar wäre überdies, die Maschinen elektrisch zu betreiben – entweder Batterie-elektrisch oder Brennstoffzellen-elektrisch. Das aber wäre das wohl ambitionierteste der drei Vorhaben: Forscher rechnen damit, bis 2025 zunächst nur Kleinflugzeuge auf diese Weise in die Luft bringen zu können.

Offen zeigte sich die dänische Regierungschefin zudem für eine CO2-Steuer, wie sie in Deutschland und einigen anderen Staaten bereits existiert. Bislang hatte Frederiksen diese abgelehnt.

Vom CO2-Einsparvolumen her fällt das dänische Projekt sowieso kaum ins Gewicht: Aufgrund der Größe des Landes spielen Inlandsflüge in Dänemark keine große Rolle. Beflogen werden Routen ab Aalborg, Aarhus, Bornholm, Karup und Sonderborg nach Kopenhagen. Im Einsatz sind Fluggesellschaften wie Alsie, DAT, Norwegian oder SAS.

Anspruchsvoller könnte das Vorhaben allerdings werden, wenn mit den Inlandsflügen auch die Strecken auf die Färöer oder nach Grönland gemeint wären. Beide sind autonome Bestandteile Dänemarks.

Sie müssen sich einloggen oder registrieren, um kommentieren zu können.



stats