Flugsicherung

DFS erwartet Rekorde am deutschen Himmel

Mächtig was los: 3,4 Mio. kontrollierte Flugbewegungen gab es 2017 am deutschen Himmel.
Gettyimages
Mächtig was los: 3,4 Mio. kontrollierte Flugbewegungen gab es 2017 am deutschen Himmel.

Billigflieger und Drohnen beanspruchen ihren Platz im deutschen Luftraum. Die Flugsicherung hat das Geschehen am Himmel im Blick und nutzt ihrerseits die unbemannten Flugkörper.

Am deutschen Himmel wird es enger: Die Deutsche Flugsicherung (DFS) erwartet für das laufende Jahr einen erneuten Rekord an Verkehrsflügen. Vor allem zusätzliche Überflüge werden nach Einschätzung des DFS-Chefs Klaus-Dieter Scheurle die von Lotsen kontrollierten Flugbewegungen auf rund 3,4 Millionen steigern. Im vergangenen Jahr hatte es im deutschen Luftraum mit 3,2 Millionen erstmals mehr Verkehrsflüge gegeben als 2008, dem bisherigen Rekordjahr. Zum Wachstum tragen vor allem Billigflieger bei, während der Anteil von Inlandsflügen kontinuierlich zurückgeht. Ryanair sei inzwischen nach der Lufthansa der zweitgrößte Kunde der DFS, sagt Scheurle.

Nicht so schnell wie befürchtet wuchs hingegen die Zahl der Drohnen und der von ihnen verursachten Zwischenfälle. Piloten meldeten im vergangenen Jahr 88 gefährliche Annäherungen vor allem bei Landeanflügen. Die DFS hatte eine Verdoppelung der Fallzahl von 64 aus dem Vorjahr erwartet. Scheurle betont die kommerziellen Möglichkeiten der Technologie. Es sei im Markt zu beobachten, dass Drohnen zunehmend zur geschäftlichen Nutzung gekauft werden, während der Privatmarkt zurückgehe. Die Flugsicherung selbst setzt die Geräte bereits zur Vermessung der Instrumenten-Landesysteme an Flughäfen ein. So können riesige Hubwagen ersetzt werden, mit denen bislang das Funksignal in bestimmten Höhen über der Landebahn kontrolliert wurde.

Kommerziell musste die bundeseigene GmbH mit knapp 5400 Beschäftigten einen Umsatzrückgang um 5,7 Prozent auf knapp 1,2 Mrd. Euro verkraften. Der Gewinn ging deutlich um 56 auf 30,6 Mio. Euro zurück. Hintergrund waren laut Geschäftsführung deutliche Gebührensenkungen für die hoheitlichen Lotsenleistungen. Im nicht regulierten Zusatzgeschäft – die DFS betreibt beispielsweise zwei Flughafen-Tower auf der britischen Insel – stiegen die Umsätze deutlich um ein Viertel auf 66 Mio. Euro.

Ein attraktives Geschäftsfeld sieht die DFS in der Fernsteuerung ganzer Flughäfen, bei der die Lotsen nur noch über Kameras und Sensoren das Umfeld kontrollieren. Technologisch sei das aus seiner Sicht selbst bei einfach strukturierten Großflughäfen wie München machbar, sagt Scheurle. In einem ersten Schritt soll von diesem Herbst an der Flughafen Saarbrücken aus einem DFS-Lotsenzentrum in Leipzig gesteuert werden. Erfurt und Dresden sollen folgen. Die Technologie werde die DFS auch kleineren Regio-Airports anbieten, kündigt Scheurle an.

Scheurle kritisierte die Regulierung der Flugsicherungen durch die Europäische Union. Die über fünf Jahre laufenden Kapazitäts- und Kostenvorgaben seien völlig unrealistisch. Die Europäische Kommission agiere „ideenleer und nicht mutig“ bei der Integration der verschiedenen nationalen Flugsicherungen zu einem einheitlichen europäischen Luftraum. Erhebliches Einsparpotenzial durch die Bildung größerer Einheiten werde nicht genutzt. (dpa)

Sie können diese Nachricht nicht mehr kommentieren.

stats