Flugchaos

Schwacher Jahresstart sorgt für Fehlplanung

Der BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow erläutert die Gründe für die Fehlplanung der Kapazitäten.
Imago / Eventpress
Der BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow erläutert die Gründe für die Fehlplanung der Kapazitäten.

BDL-Chef Matthias von Randow erläuterte die Gründe für das Chaos an den europäischen und deutschen Flughäfen. Die Airlines hätten unter dem Eindruck der Gefahr durch die Omikron-Variante Personal und Flugangebot kürzen müssen.

BDL-Chef Matthias von Randow machte bei einer Presseveranstaltung am Hamburg Airport deutlich, dass die Fluggesellschaften die Check-in-Schalter bereits um 3.30 Uhr öffnen werden. Zudem haben die Fluggesellschaften Austrian Airlines, Brussels Airlines, Condor, Eurowings, Lufthansa und Swiss Air allesamt Vorabend-Check-ins eingeführt.


Er erläuterte die Ursachen für das Flugchaos und den Personalengpass. Es habe eine Diskrepanz zwischen der Flugangebotsplanung im Herbst 2021 und der Realität im 1. Quartal 2022 gegeben.

Im Herbst hätten die Fluggesellschaften damit gerechnet, dass die Flüge im Januar etwa 78 Prozent des Niveaus des Januars 2019 erreichen werden. Für den Februar wurde mit 85 Prozent und für den März mit 88 Prozent gerechnet. Deshalb erweiterten die Fluggesellschaften zunächst ihre Flugangebote. Tatsächlich lag das Niveau im Januar 2022 bei 49, im Februar bei 48 und im März 2022 bei 61 Prozent.

"Die Planungen für die Monate Januar, Februar und März 2022 waren geprägt von den Erfahrungen der gleichen Monate des Jahres 2021", so von Randow.

Doch im November 2021 habe sich plötzlich eine ganz andere Situation eingestellt. Es kursierten zahlreiche Berichte über die Omikron-Variante, und die Stimmung wurde grundsätzlich pessimistischer, weshalb unter anderem das Personal reduziert werden musste. "Unter diesem Eindruck mussten Angebote und Personal angepasst werden. Da im Januar, Februar und März 2022 deutlich weniger Flüge registriert wurden, verschärfte sich dieser Trend", erklärte von Randow.

Ein weiterer Faktor, der das Flugchaos verschärfe, sei der Umstand, dass der Luftraum in Deutschland enger geworden sei. Die französische Flugsicherung DSNA installiert ein neues Kontrollsystem, weshalb der Flugverkehr in Frankreich reduziert werden muss. Flugzeuge, die normalerweise den französischen Luftraum nutzen, müssen in den deutschen Luftraum weitergeleitet werden.

Aufgrund des höheren Passagieraufkommens öffnet der Hamburg Airport seine Terminals in den Sommerferien bereits um 3.15 Uhr. Der Vizepräsident Bundespolizeidirektion Hannover, Michael Schuol, sagte, dass die Bundespolizei die Sicherheitskontrolle ab 3.30 Uhr besetzen wird.

Zum Personalproblem an den Flughäfen erklärte er: "Das Personalproblem lässt sich auch mit ausländischen Kräften nicht so schnell lösen. Ab 1. Juli 2022 werden wir 30 zusätzliche Luftsicherheits-Assistenten der Firma Frasec einsetzen. Wir werden die Lage erträglicher machen. Doch die Reisenden müssen mithelfen. Sie sollten mindestens zweieinhalb Stunden vor Abflug am Airport sein. Auf Flüssigkeiten und Ähnliches. in den Taschen sollte schon im Voraus geachtet werden. Das Handgepäck sollte bereits vorher richtig kontrolliert werden."

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