Flexibel für externe Störungen

Frankfurter Flughafen sieht sich auf Omikron vorbereitet

Man habe zahlreiche Maßnahmen getroffen, um den Betrieb des größten deutschen Flughafens auch bei einer größeren Erkrankungswelle durch die neue Corona-Variante Omikron sicherzustellen.
Imago / Arnulf Hettrich
Man habe zahlreiche Maßnahmen getroffen, um den Betrieb des größten deutschen Flughafens auch bei einer größeren Erkrankungswelle durch die neue Corona-Variante Omikron sicherzustellen.

Der Frankfurter Flughafen sieht sich gerüstet für eine neue starke Corona-Welle. Auch für die Beschäftigten seien umfangreiche Hygiene-Konzepte in Kraft, sagte am Dienstag eine Sprecherin des Betreibers Fraport.

Man habe zahlreiche Maßnahmen getroffen, um den Betrieb des größten deutschen Flughafens auch bei einer größeren Erkrankungswelle durch die neue Corona-Variante Omikron sicherzustellen. Auch die Lufthansa und die Deutsche Flugsicherung zeigten sich überzeugt, dass man flexibel auf externe Störungen des Betriebs reagieren könne. Fraport trennt beispielsweise die einzelnen Schichten der betriebsnotwendigen Flughafenfeuerwehr voneinander, damit bei einem Ausbruch nicht gleich die gesamte Mannschaft in Quarantäne muss, erläuterte die Sprecherin. Auf den Wachen herrsche auch die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken. Für den übrigen Betrieb gebe es allerdings kein pauschales Verfahren. "Wir müssen immer schauen, welche Schichten, welche Tätigkeiten betroffen sind und ob Leute einspringen können", sagte die Sprecherin.

Es gebe aber keine pauschalen Antworten oder starre Konzepte. Am vergangenen Wochenende habe man mit einer betrieblichen Sonderaktion mehrere hundert Mitarbeiter mit einer Booster-Impfung versehen. Die bundeseigene Deutsche Flugsicherung (DFS) hat ihren Pandemieplan seit Beginn der Corona-Krise nicht verlassen. Dazu gehören strikte Hygiene- und Abstandsregeln ebenso wie Impfangebote, strikte Quarantänevorgaben und Besuchersperren für die Funktionsräume, wie eine DFS-Sprecherin in Langen bei Frankfurt berichtete. Insbesondere die Fluglotsen, aber auch anderes Personal sind in A- und B-Teams aufgeteilt, die nicht zusammenkommen dürfen.

"Bislang haben wir der Krise erfolgreich standgehalten", sagte die Sprecherin. Die Lufthansa hat nach eigener Auffassung in der Corona-Krise ihre bestehenden Notfallkonzepte verfeinert und flexibler gestaltet. "Wir haben immer Reserven im Hintergrund", sagte ein Unternehmenssprecher. Das Konzept werde dem aktuellen Geschehen laufend angepasst.

Verdi ruft zum erneuten Abfertigungsstreik

Doch kurz vor Weihnachten drohen streikbedingte Flugausfälle. Die Gewerkschaft Verdi hat die rund 600 Beschäftigten des Abfertigers Wisag für Mittwoch zu einem nahezu ganztägigen Warnstreik aufgerufen, wie sie am Dienstag mitteilte. Der Dienstleister Wisag fertigt etwa 15 Prozent des Aufkommens am größten deutschen Flughafen ab. Bei einem ersten Warnstreik Ende Oktober waren dutzende Flüge ausgefallen. Auf eine Kundgebung will Verdi angesichts der aktuellen Corona-Lage allerdings verzichten.

In den Verhandlungen fordert die Gewerkschaft eine um zweieinhalb Stunden verkürzte Arbeitszeit von 37,5 Stunden bei vollem Lohnausgleich und eine Tabellenerhöhung von mindestens 90 Euro ab dem kommenden Jahr. Wisag-Verhandlungsführer Michael Richter warf den Verdi-Verantwortlichen "Realitätsverlust" vor. "In so einer Situation auf dem Rücken der Weihnachts-Urlauber zweistellige Lohnforderungen mit der Brechstange durchsetzen zu wollen, ist unverantwortlich und maßlos." Das Unternehmen habe für die kommenden drei Jahre Lohnsteigerungen von zusammen 18 Prozent angeboten. Mehr sei nicht drin.

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