Fährüberfahrten

EuGH stärkt Rechte von Schiffspassagieren

Auch griechische Fährunternehmen betrifft ein EuGH-Urteil zu Fährüberfahrten. Künftig haben Reisende dadurch nämlich die Wahl, ob sie ihre Fahrt auf einen anderen Termin verlegen wollen oder sich einfach den Fahrpreis erstatten zu lassen.
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Auch griechische Fährunternehmen betrifft ein EuGH-Urteil zu Fährüberfahrten. Künftig haben Reisende dadurch nämlich die Wahl, ob sie ihre Fahrt auf einen anderen Termin verlegen wollen oder sich einfach den Fahrpreis erstatten zu lassen.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) stärkt die Rechte von Schiffspassagieren. Im Fall einer Stornierung müssten Fahrgäste die Wahl bekommen, ob sie das Reiseziel über andere Wege erreichen oder den Fahrpreis erstattet bekommen wollen.

Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Richterspruch hervor. Zudem soll es eine Entschädigung geben, deren Höhe sich an der Dauer der Verspätung orientiert. Dies gilt auch, wenn der Grund für Einschränkungen ein verspätetet geliefertes Schiff ist. Das sei kein sogenannter außergewöhnlicher Umstand, so die Richter (Rechtssache C-570/19).

Hintergrund ist ein Streit zwischen der Reederei Irish Ferries und der National Transport Authority Irlands (NTA). Die irische Schifffahrtsgesellschaft bedient den Informationen zufolge Häfen in Frankreich, Irland und dem Vereinigten Königreich. Um auch zwischen Dublin und Cherbourg verkehren zu können, habe Irish Ferries vor einigen Jahren eine zusätzliche Fähre bestellt, die eigentlich zwischen Mai und Juni 2018 geliefert werden sollte, aber erst im Dezember zur Verfügung stand. Zunächst musste Irish Ferries einzelne Fahrten absagen – später die gesamte Saison.

Neben der Rückzahlung der Ticketpreise für ausgefallene Fahrten bot die Reederei den Angaben zufolge verschiedene Entschädigungsoptionen an. Von den 20.000 betroffenen Reisenden entschieden sich demnach 82 Prozent für Ersatzfahrten, 15 Prozent für die Erstattung der Kosten und drei Prozent für eine Reisealternative über den Landweg. Eine Entschädigung für Verzögerungen bei Alternativrouten gab es laut Gerichtssprecher aber nicht.

Nach Einschätzung der NTA hatte das Unternehmen seine Pflichten im Fall der Annullierung nicht eingehalten. Der Hohe Gerichtshof in Irland wandte sich an die europäischen Richter.

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