Europäisches Eisenbahn-System

Umrüstung auf ERTMS viel zu langsam

Micht weniger als ein europaweit einheitliches Leit- und Signalsystem soll ERTMS im Schienenverkehr bringen.
Deutsche Bahn AG
Micht weniger als ein europaweit einheitliches Leit- und Signalsystem soll ERTMS im Schienenverkehr bringen.

Der Zeitplan für den Aufbau eines einheitlichen europäischen Eisenbahnraums droht zu scheitern.

Die rechtzeitige Einführung des dafür notwendigen EU-Verkehrsleitsystems (ERTMS) sei nach derzeitigem Stand unwahrscheinlich, schreiben Experten des Europäischen Rechnungshofs in einem Sonderbericht. Ende 2016 seien in Deutschland gerade einmal 80 Kilometer Bahnstrecke mit der neuen Technik ausgerüstet gewesen, in der EU insgesamt etwas mehr als 4000 Kilometer. Bis Ende 2030 sollen es europaweit eigentlich 66.700 Kilometer sein.

Derzeit wird der grenzüberschreitende Eisenbahn-Verkehr in der EU dadurch erschwert, dass es rund 30 verschiedene Signalgebungssysteme gibt, die den Verkehr regeln und dafür sorgen, dass sich Züge zu keiner Zeit in die Quere kommen. Die geplante Umstellung auf das neue einheitliche System soll zu mehr Wettbewerb und dadurch zu besseren Angeboten für Reisende und Güterverkehrskunden führen.

Das neue System umfasst unter anderem Technik, um Unfälle zu verhindern, sowie ein Funksystem, das Sprach- und Datenkommunikation zwischen Leitstellen und Zügen ermöglicht. Es erfordert sowohl an den Strecken als auch an den Lokomotiven und Zügen kostspielige Umrüstungen.

Als Grund für die langsamen Fortschritte bei der Einführung des ERTMS nennen die Experten eine unzureichende politische Planung des Projekts. So sei beispielsweise keine Schätzung der Gesamtkosten vorgenommen worden, um die erforderliche Finanzierung und deren Quellen zu ermitteln. Für Eisenbahn-Unternehmen gebe es wenig Anreize, die Investitionen zu tätigen, heißt es in dem Bericht. (dpa)

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