Entschädigung bei Verspätung

EuGH urteilt zugunsten von Fluggästen

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg stellt urteilt einmal mehr für Verbraucher.
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Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg stellt urteilt einmal mehr für Verbraucher.

In der Frage um Entschädigungszahlungen bei verspäteten Anschlussflügen hat der Europäische Gerichtshof ein wegweisendes Urteil gefällt.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) stärkt Passagieren bei großer Verspätung ihres Fluges den Rücken. Fluggäste können auch dann eine Entschädigung fordern, wenn eine Reise aus mehreren Flügen besteht und diese von unterschiedlichen Gesellschaften durchgeführt wurde, wie die Richter urteilten. Dafür müsse zwischen den Unternehmen keine besondere rechtliche Beziehung bestehen, solange ein Reisebüro die Flüge kombiniere, dafür einen Gesamtpreis in Rechnung stelle und ein einheitliches Ticket ausgebe.

Hintergrund ist ein Fall vor dem Bundesgerichtshof. Dabei buchte eine Frau "Flightright" zufolge eine Reise mit einem Flug von Stuttgart nach Kansas City. Die Buchung erfolgte über ein Reisebüro. Das Reisebüro buchte der Frau mehrere Teilflüge und stellte eine einheitliche Buchungsnummer für die gesamte Strecke aus. Die Reisende flog zunächst mit Swiss von Stuttgart nach Zürich. Von dort aus ging es mit American Airlines nach Philadelphia und dann nach Kansas City.
Die Rolle von Flightright

Der EuGH hat mit dem von "Flightright" vor das Gericht gebrachten Urteil vom 6. Oktober 2022 zum Az. C-463/21 eindeutig entschieden, dass die Buchungsbestätigung des Reisebüros als eine einheitliche Buchung anzusehen ist. 


Doch der Flug von Philadelphia nach Kansas hatte Verspätung, was dazu führte, dass die Klägerin ihr Reiseziel mit einer Verspätung von vier Stunden und 22 Minuten erreichte. Aufgrund der Entfernung verlangte die Frau 600 Euro. Doch American Airlines wollte nicht zahlen.
4 Kommentare Kommentieren

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2.
Stefan Knauf
Erstellt 7. Oktober 2022 21:37 | Permanent-Link

#j.Horn,
ich denke es geht um die Aberkennung der EU Fluggastrechte-Entschädigung durch AA, weil der betreffende Flug innerhalb der USA stattgefunden hat. Dem hat der EuGH wiedersprochen weil die Reise in D/CH begonnen hat. Insofern spannend (fragwürdig) wenn komplett drei getrennte Flugscheine ausgestellt wurden. Diese stellen doch drei getrennte Beförderungsverträge dar. Meinem (Rechts-)Gefühl nach wäre ich hier eher Team AA. Stimme Ihnen aber zu: Details der Sachlage und genauer Urteilswortlaut wären hier erhellend. Auf geht's Herr Yilmaz. Vorab besten Dank dafür.

Cüneyt Yilmaz
Erstellt 12. Oktober 2022 16:01 | Permanent-Link
bearbeitet

@Stefan Knauf: Lieber Herr Knauf, in diesem Folgeartikel erhalten Sie eine mögliche Antwort: https://www.fvw.de/touristik/verkehr/entschaedigung-bei-verspaetung-airline-hat-regressanspruch-gegenueber-reisebuero-229440 – es kommt eine Rechtsexpertin zu Wort. Sie finden auch einen Link zum Urteilstext der Achten Kammer des EuGH.
Beste Grüße
Cüneyt Yilmaz

1.
Joachim Horn
Erstellt 7. Oktober 2022 10:41 | Permanent-Link
bearbeitet

Was meint die Ausdrucksweise "einheitlich Buchungsnummer"? Gleicher Filekey für alle Flüge? Gleiche Ticketnummer für alle Flugstrecken? Diverse Ticketnummern auf einer Rechnungsnummer? Falls diverse Ticketnummern auf einer Rechnungsnummer, kann eine Airline das "leichtfertige" Reisebüro in Regress nehmen? Hier muss dringend konkretisiert werden. Und ebenfalls nicht klar ersichtlich aus dem Artikel ist, ob es sich um Anschlussflüge oder Flüge nach einem Stopover handelte, das gäbe dem Urteil zusätzliche Brisanz.

Cüneyt Yilmaz
Erstellt 12. Oktober 2022 15:57 | Permanent-Link

@Joachim Horn: Lieber Herr Horn, in diesem Folgeartikel finden Sie die Antwort auf Ihre Fragen: https://www.fvw.de/touristik/verkehr/entschaedigung-bei-verspaetung-airline-hat-regressanspruch-gegenueber-reisebuero-229440
Vielen Dank für den Hinweis.
Beste Grüße
Cüneyt Yilmaz



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