E-Mobilität

Flixbus treibt Einsatz von Elektro-Bussen voran

Das Flix-Management-Board besteht aus Christoph Debus, André Schwaemmlein und Daniel Krauss.
Flix
Das Flix-Management-Board besteht aus Christoph Debus, André Schwaemmlein und Daniel Krauss.

Der Mobilitätsanbieter Flix, Mutter von Flixbus und Flixtrain, will die E-Mobilität im Fernbusverkehr vorantreiben – gemeinsam mit der Daimler-Sparte Truck, die sich jetzt Daimler Buses nennt. Sie wollen zusammen einen vollelektrischen Antrieb für E-Busse entwickeln. 2026 sollen Ergebnisse vorliegen.

Die bis 2026 entwickelte Technik soll bis 2026 stehen und dann "planmäßig auf den Markt kommen", wie es in einer Mitteilung von Mittwochmorgen heißt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert. Dabei geht es unter anderem und ganz konkret auch um die Erprobung eines vollelektrischen Antriebs an zwei Prototyp-Bussen unter realen Bedingungen. Und genau dort kommt Flix zum Zug: Daimler will dabei auf die Fachkenntnisse und das Know-how von Flix als Betreiber eines großen Fernbusnetzes zurückgreifen.

Flix ist mit seinen Flixbussen längst nicht mehr nur in Deutschland unterwegs, sondern hat sich seit der Gründung 2013 zunächst in Europa und mittlerweile durch Zukäufe auch in den Vereinigten Staaten, Kanada und Brasilien breit gemacht.

Nun will sich der Anbieter auch für umweltfreundliche Zukunftstechnologien einsetzen. Die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt sollen die Grundlage bilden für die Planung kostengünstiger Produktions- und Montageprozesse elektrisch angetriebener Fernbusse. Ziel sei, heißt es in der Mitteilung, eine langfristige Skalierbarkeit der Technologie für die FlixBus-Flotte zu ermöglichen. Unterstützt wird das Projekt von Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), der Universität Mannheim und der Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau. 

"Wir glauben an die zukünftige CO2-Neutralität von Busreisen als eine Lösung zur vollständigen Dekarbonisierung des Reisens. Seit der Gründung von Flixbus bemühen wir uns, unsere Umweltauswirkungen immer weiter zu reduzieren, indem wir alternative Antriebe erforschen, um unseren CO2-Fußabdruck kompensieren zu können. Die Neugestaltung von Mobilität ist der Haupttreiber, um umweltfreundliche, technologiegetriebene und dennoch erschwingliche Reiselösungen für alle anzubieten", so Flix-CEO und Gründer André Schwämmlein.

Eine Frage von Kapazitäten

Zu den größten Herausforderungen gehört bei dem Projekt, eine Technologie für die Busse zu entwickeln, die auf Langstrecken funktioniert. Dabei müssen viele Facetten bedacht werden: Es müssen ausreichend und schnelle Lademöglichkeiten für die Busse bestehen. Zudem müssen die Busse selbst, trotz der nötigen und vermutlich großen Batterien, noch genug Platz für Passagiere und Gepäck aufweisen.

Das Projekt basiert auf mehreren Phasen. In der Konzeptphase soll im Modellversuch ein modular aufgebauter Antriebsbaukasten mit Blick auf Energieverbrauch, Reichweite, Fahrleistung und Batterielebensdauer untersucht werden. Auf Basis der Konzeptbewertung werden dann zwei Prototyp-Antriebsstränge entwickelt und in Testfahrzeuge integriert. Damit erfolgt eine Erprobung unter realen Einsatzbedingungen.

Alternative Antriebe sollen langfristig bei Flix eine wichtige Rolle spielen. Der Anbieter behauptet schon heute von sich, effiziente Mobilität anzubieten. Im Durchschnitt spare jede Fernbusfahrt von 400 km durch den Umstieg vom Auto pro Fahrgast 6,6 Kilogramm CO2-Emissionen ein. Während eine Busfahrt von München nach Berlin etwa 15,6 Kilogramm CO2 verursache, würden bei einem Flug auf der gleichen Strecke etwa 143 Kilogramm ausgestoßen, rechnet Flix vor.

Ein Projekt unter vielen

Neben dem neuen Projekt in Deutschland testet Flix auch andernorts verschiedene Lösungen, um den Weg zur Dekarbonisierung zu beschleunigen: Unter anderem wurden bereits erste E-Bus-Pilotprojekte in Frankreich und den USA durchgeführt. Dazu gehören Versuche mit Solarpaneele sowie mit Bussen, die mit Biogas betrieben werden. Zudem ist Flix im Rahmen des geförderten Projekts Hyfleet an der Entwicklung eines Wasserstoff-Brennstoffzellenbusses beteiligt.

Einen ersten Versuch mit einem vollelektrischen Bus hatte der Fernbusanbieter übrigens bereits im Oktober 2018 auf der Route Frankfurt–Mannheim unternommen. Das Pilotprojekt wurde aber schnell wieder eingestellt. Schwämmlein sagte damals noch, dass E-Mobilität zwar "einer der größten Hoffnungsträger in der Debatte um die Zukunft der Mobilität" sei, aber aufgrund der politischen und technischen Rahmenbedingungen wohl eine Utopie bleibe.
1 Kommentar

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1.
Michael Heinrich
Erstellt 11. Januar 2023 15:24 | Permanent-Link

Wunderbar, damit gehört man zu den Guten, die fvw ist ganz begeistert. Sagt man, wo der Batteriestrom denn herkommt, ich hoffe mal nicht von der bösen Kohle oder aus einem französischem Kernkraftwerk. Wie oft muss man denn Strom nachtanken, sofern verfügbar, interessant man gleicht sich der Bahn an. Nichts für Reisende, die pünktlich ankommen möchten...



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