Deutsche Bahn

Verkehr nach Brandanschlägen eingeschränkt

Auch die Berliner S-Bahn war von den Verspätungen betroffen.
imago/Winfried Rothermel
Auch die Berliner S-Bahn war von den Verspätungen betroffen.

Nach Brandanschlägen auf Bahnanlagen in verschiedenen Bundesländern ist der Zugverkehr weiterhin stellenweise eingeschränkt. Die Berliner Polizei geht zudem einem möglichen Bekennerschreiben nach.

Von den Verspätungen waren am Montagmittag nach Angaben der Deutschen Bahn die Strecken Hamburg–Lübeck, Köln–Dortmund, die Berliner S-Bahn und der Raum Leipzig/Dresden betroffen. Auf der ebenfalls betroffenen internationalen Strecke Berlin–Prag fuhren die Züge am Montagvormittag wieder, wie eine Bahnsprecherin in Leipzig sagte. Reisende sollten sich vor Reiseantritt über die aktuelle Lage informieren.

Am Montagmorgen waren auf Bahnanlagen in mehreren Bundesländern Brandanschläge verübt worden. Die Berliner Polizei ging einem möglichen Bekennerschreiben nach, das auf der Internet-Plattform „linksunten.indymedia.org“ aufgetaucht ist. Das Schreiben sei bei der Berliner Polizei bekannt und werde jetzt geprüft, sagte ein Sprecher. Aus Sicherheitskreisen hieß es, das mutmaßliche Bekennerschreiben passe ins Raster. Allerdings sei es noch zu früh zu sagen, ob dies tatsächlich authentisch sei.

Indymedia versteht sich als offene Plattform zur freien Verbreitung von Informationen. In der Vergangenheit waren dort im Zusammenhang mit Bekennerschreiben zu Straftaten auch Fälschungen aufgetaucht.

Anfang Juli treffen sich die Staats- und Regierungschefs aus den führenden Industrie- und Schwellenländern sowie Vertreter der EU in Hamburg. Generell sei ein Zusammenhang zwischen den Angriffen und linken Protesten gegen den G20-Gipfel möglich, hieß es aus den Sicherheitskreisen. „Angriffe auf die Infrastruktur passen ins Muster linksextremistischer Mobilisierung vor dem G20-Gipfel.“ Linksextremisten hatten wiederholt Aktionen und Anschläge gegen das Treffen angekündigt.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte in Berlin, es sei noch zu früh für Aussagen, ob es einen Zusammenhang zwischen den Angriffen und dem bevorstehenden G20-Gipfel gebe. Die Kabelbrände gingen auf unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen zurück. Die Ermittlungen dazu liefen unter Hochdruck. „Wir beobachten das natürlich sehr aufmerksam, aber um solche Zusammenhänge belastbar (...) zu bestätigen, ist es zu früh.“ (dpa)

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