Bundesjustizminister (Update)

„Lufthansa soll Air-Berlin-Tickets akzeptieren“

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) verlangt von der Lufthansa mehr Kulanz.
BMJ/Werner Schuering
Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) verlangt von der Lufthansa mehr Kulanz.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) fordert die Lufthansa nach dem Erwerb großer Teile von Air Berlin zu größerer Kulanz auf.

„Es sollte im eigenen Interesse der Lufthansa liegen, sich jetzt möglichst kulant gegenüber den Kunden zu zeigen, und Air-Berlin-Tickets auf den von ihr übernommenen Strecken zu akzeptieren“, sagte Maas den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“. Dies wäre ein wichtiges Signal, um Kundenvertrauen nicht zu verlieren. Ähnlich äußerte sich der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller: „Viele tausend Air-Berlin-Kunden werden von ihrem Geld nichts mehr wiedersehen. Die Lufthansa sollte sich großzügig zeigen und Air-Berlin-Kunden die Gebühren für bereits gebuchte Tickets erstatten.“

Die Bundesregierung hat derweil die Lufthansa aufgefordert, sich bei der geplanten Transfergesellschaft für Air Berlin zu engagieren. „Die Lufthansa und andere Interessierte, die gute Stücke von Air Berlin übernehmen, müssen bei der Qualifizierung und Vermittlung der Air-Berlin-Beschäftigten in einer Transfergesellschaft Verantwortung übernehmen“, sagte Katarina Barley (SPD) in ihrer Funktion als kommissarische Arbeitsministerin. „Wir brauchen jetzt rasch ein Bekenntnis aller Beteiligten – im Interesse der vielen Frauen und Männer bei Air Berlin, die gute Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt brauchen.“

Dass sich die Länder Berlin und Nordrhein-Westfalen finanziell an einer Transfergesellschaft beteiligen wollen, begrüßte Barley. „Einen vergleichbaren Einsatz würde ich mir auch von Bayern wünschen, wo ebenfalls viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor dem Verlust ihrer Arbeitsplätze stehen.“

Für eine Transfergesellschaft suchen die Verantwortlichen derzeit noch Geldgeber. Lufthansa hatte das abgelehnt. Der Konzern erklärte am Donnerstag, er habe mit der Übernahme von großen Teilen von Air Berlin bereits viel für deren Beschäftigte beigetragen. „Lufthansa hat sich mehr als jeder andere Akteur engagiert mit der Schaffung und Übernahme von 3000 Arbeitsplätzen und Investments von 1,5 Mrd. Euro zur nachhaltigen Sicherung dieser Jobs.“

Die Lufthansa übernimmt 81 der zuletzt 134 Air-Berlin-Maschinen und will bis zu 3000 der etwa 8000 Beschäftigten einstellen. Air Berlin hatte am 15. August Insolvenz angemeldet. Wer vor dem Termin ein Ticket für einen Flug gekauft hat, der gestrichen wurde, muss sich an den Insolvenz-Verwalter wenden, wenn er Geld zurückhaben will. Passagiere stehen in der Reihe der Gläubiger aber ganz hinten. (dpa)

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