Britischer Regionalflieger (Update)

Flybe stellt endgültig den Betrieb ein

Nach längerer Durstrecke stellt Flybe nun den Betrieb ein.
Flybe
Nach längerer Durstrecke stellt Flybe nun den Betrieb ein.

Die angeschlagene britische Fluggesellsahft Flybe hat mit sofortiger Wirkung ihren gesamten Flugbetrieb beendet. Das teilte das Unternehmen am Donnerstagmorgen auf seiner Website mit.

Flybe, die vor allen an einigen britischen Regionalflughäfen wie Southampton oder Exeter stark ist, bat die Passagiere, nicht zum Flughafen zu fahren. Flybe hatte seit Januar Finanzprobleme. Das Management verhandelte daher mit der Regierung über einen Notkredit oder eine Beteiligung sowie einen Erlass der Ticketsteuer.

Nun haben offenbar zurückgehende Buchungen wegen der Coronavirus-Krise die Probleme verschärft. Nach Angaben von Flybe wurde ein Insolvenzantrag gestellt. Zum Abwickler wurde die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft E & Y bestellt.

(Update): Für betroffenene Kunden gibt es Hilfe von der Konkurrenz: Die britische Easyjet und die irische Ryanair kündigten an, die Preise für Flüge auf wichtigen Routen für gestrandete Flybe-Kunden kurzfristig zu reduzieren. Easyjet will ehemalige Flybe-Mitarbeiter sogar kostenlos mitnehmen.

Der Regionalflieger Flybe war 1979 unter dem Namen Jersey European Airways gegründet und dann 2002 in Flybe umbenannt worden. Vor einem Jahr hatte ein von Virgin Atlantic angeführtes Konsortium, dem auch die Stobart Group und der Finanzinvestor Cyrus Capital, angehören, die Airline übernommen. Das Konsortium investierte mindestens 100 Mio. Pfund. Diese Summe reichte aber nicht aus. Im Januar hatte die Regierung eine Hilfe zugesagt, indem für drei Jahre die Air Passenger Duty (APD) ausgesetzt werdem soll.

1 Kommentar

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1.
andreas w. schulz
Erstellt 5. März 2020 15:38 | Permanent-Link

Wieder eine Airline mit Tradition am Ende, die sich den Regionalflug als Geschäftsmodell ausgesucht hatte. Es zeigt sich immer mehr, dass zwar die Regionen und die Wirtschaft händeringend Regionalverbindungen suchen, aber nicht aktiv dafür auch investieren wollen. Am Ende des Tages zählt nur der beste Deal. Ein Dilemma, das besonders Regionalflughäfen und (Regional)Airlines alleine nicht (mehr) lösen können.

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