Bis 2035

BER-Kapazität kann verdoppelt werden

Noch immer nicht eröffnet, aber die Ausbaupläne für den BER werden bereits konkreter.
Berliner Flughäfen/Günter Wicker
Noch immer nicht eröffnet, aber die Ausbaupläne für den BER werden bereits konkreter.

Der neue Großflughafen ist für Berlin zu klein, denn die Passagierzahlen steigen stetig. Jetzt kommen Ausbaupläne auf den Tisch – wenige Wochen vor dem Volksentscheid zum Altflughafen Tegel.

Für den noch immer nicht eröffneten neuen Hauptstadt-Flughafen werden die Ausbaupläne konkreter. Der Flughafen unweit von Schönefeld ist wegen der stark steigenden Passagierzahlen zu klein geraten und soll deshalb in vier Phasen Schritt für Schritt wachsen. So sieht es ein Masterplan des Flughafen-Chefs Engelbert Lütke Daldrup für den Aufsichtsrat vor. Er will die Kapazität bis 2035 von jetzt 22 Mio. Fluggästen im Jahr auf 55 Millionen erhöhen.

Wann in dem krisenbehafteten Neubau die ersten Passagiere einchecken, steht jedoch noch nicht fest. Planungsfehler, Baumängel und Technikprobleme haben seit 2011 jeden Eröffnungstermin zunichte gemacht. Auch der zuletzt angepeilte Start im nächsten Jahr gilt als unwahrscheinlich. Lütke Daldrup will in diesem Jahr einen Eröffnungstermin nennen.

Die Ausbauplanung beginnt trotzdem, denn von den Altflughäfen in Berlin-Tegel und Schönefeld flogen im vergangenen Jahr schon rund 33 Mio. Menschen – mehr als der Neubau fassen kann. Nach einer Übersicht zum Masterplan, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, erhält das neue Terminal zunächst Anbauten für weitere Gepäcksortieranlagen. Zusammen mit dem schon beschlossenen Zusatzterminal würde die Kapazität bis 2021 auf 33 Mio. Fluggäste steigen.

Hinzu kommt Platz für rund zwölf Millionen Passagiere im benachbarten alten Schönefelder Terminal, das wegen der Engpässe nach dem Start des BER zunächst in Betrieb bleiben soll. Tegel soll dann geschlossen werden.

In den späteren Phasen des Ausbau-Masterplans soll es auch ein zweites großes Abfertigungsgebäude gegenüber dem BER-Hauptterminal geben sowie ein Satellitengebäude auf dem Vorfeld. Am 15. September tagt der Aufsichtsrat der Flughafen-Gesellschaft.

Am Tag der Bundestagswahl am 24. September gibt es in Berlin einen Volksentscheid über den Flughafen Tegel. Die Berliner stimmen dabei über einen Appell an den Senat ab, sich für eine Offenhaltung Tegels einzusetzen. Der Volksentscheid wird von FDP, CDU und AfD in Berlin unterstützt, die unter anderem ins Feld führen, dass der neue Flughafen zu klein sei. Der rot-rot-grüne Senat beharrt auf der Schließung Tegels (TXL).

„Mit dem Masterplan 2040 weisen wir nach, dass der mittel- und langfristige Bedarf am BER ohne die Bestandsflughäfen TXL und Schönefeld sehr gut gedeckt werden kann“, sagte Lütke Daldrup der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Nach Informationen des „Tagesspiegels“ würde der Ausbau 2,3 Mrd. Euro kosten. Davon seien 700 Mio. Euro schon im bisherigen BER-Budget enthalten. (dpa)

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