Billigflieger-Primus

Ryanair steht vor Gewinnrückgang

Ryanair-Chef Michael O’Leary sagt einen Gewinnrückgang voraus.
Ryanair
Ryanair-Chef Michael O’Leary sagt einen Gewinnrückgang voraus.

Ryanair bleibt mit großem Abstand Europas größter Billigflieger – obwohl es 2017/18 teils turbulent zuging. Für das gerade angebrochene Geschäftsjahr gibt sich Chef Michael O’Leary überaus zurückhaltend.

Trotz steigender Ölpreise werden Urlaubsflüge in diesem Sommer und Herbst nach Erwartungen von Ryanair nicht teurer. Noch sei es für Vorhersagen zwar sehr früh, er rechne aber mit stabilen Ticketpreisen, erklärte Unternehmenschef Michael O’Leary am Montag. Zugleich warnte er, höhere Kosten für Piloten, Crews und Treibstoff könnten den Gewinn des irischen Billigfliegers drücken.

Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 hatten sinkende Ticketpreise und 20.000 gestrichene Flüge Europas größten Billigflieger nicht vom Wachstumskurs abgebracht. Der Gewinn kletterte um 10 Prozent auf knapp 1,5 Mrd. Euro. Vor allem in Deutschland, Italien und Spanien stiegen mehr Passagiere in die blau-weißen Flieger.

O’Leary erwartet, dass das auch in diesem Jahr weitergeht. Trotzdem peilt er für das laufende Geschäftsjahr nur noch einen Gewinn von 1,3 bis 1,4 Mrd. Euro an. Zwar werde der Umsatz steigen, aber im Ergebnis würden sich höhere Kosten negativ bemerkbar machen. Allein die Treibstoffrechnung werde in diesem Jahr um rund 400 Mio. Euro zulegen.

Ticket kostet im Schnitt 39,40 Euro

Der Wettbewerb um günstige Preise geht auch an den Iren nicht spurlos vorbei. Der durchschnittliche Ticketpreis fiel zuletzt allerdings nur noch um drei Prozent auf 39,40 Euro. „Gute Nachrichten für unsere Gäste, schlechte für die Wettbewerber“, hieß es dazu vom Billigflieger.

Die Zahl der verkauften Tickets legte um neun Prozent auf rund 130 Millionen zu – und das obwohl die Iren im Herbst 20.000 Flüge strichen, nachdem sie Urlaubszeiten der Piloten im Dienstplan nicht ausreichend berücksichtigt hatten.

Piloten-Streiks muss Ryanair vorerst wohl nicht fürchten – kurz vor Weihnachten waren sie nur knapp abgewendet worden. Man müsse nun sehen, wie man in den bislang kleinteiligen Verhandlungen vorankomme, sagte der Vorsitzende der deutschen Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit, Ilja Schulz. Er habe allerdings große Zweifel, dass Ryanair in diesem Sommer sämtliche geplanten Flüge auch tatsächlich mit Personal besetzen könne.

O’Leary kündigte an, mehrere Hundert neue Piloten und Cabin Crews einzustellen – unter anderem ehemalige Mitarbeiter von Air Berlin. So schnell wie möglich will er zudem die Mehrheit an Niki Laudas neuer Airline Laudamotion übernehmen. Im April hatte Ryanair zunächst knapp ein Viertel der Anteile gekauft. Wegen teurer Leasing-Verträge mit der Lufthansa werde Laudamotion zwar zwei Jahre lang große Verluste einfliegen, danach aber profitabel sein, erklärte O’Leary. (dpa)

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