BER-Korruptionsprozess

Haftstrafen gefordert

Bei der Auftragsvergabe und der späteren Abrechnung von Bauarbeiten am BER ist nicht alles sauber gelaufen.
Flughafen Berlin Brandenburg GmbH
Bei der Auftragsvergabe und der späteren Abrechnung von Bauarbeiten am BER ist nicht alles sauber gelaufen.

Die Beweisaufnahme ist geschlossen, die Plädoyers sind gesprochen. Das Landgericht Cottbus will nun ein Urteil im Korruptionsprozess rund um den Bau des Hauptstadt-Flughafens BER sprechen. Es geht um eine Schmiergeldsumme von 150.000 Euro.

Der Korruptionsprozess rund um den Bau des Hauptstadt-Flughafens BER geht zu Ende. Das Landgericht Cottbus will noch am Mittwoch ein Urteil verkünden, wie der Vorsitzende Richter in der Verhandlung ankündigte. Zuvor hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung plädiert.

Der Prozess dreht sich um eine Schmiergeldsumme von 150 000 Euro. Auf der Anklagebank sitzen drei Männer. Ein ehemaliger Bereichsleiter der Flughafen-Gesellschaft soll das Bestechungsgeld laut Anklage Ende 2012 von einer Auftragsfirma bekommen haben. Im Gegenzug soll er sich innerhalb der Flughafen-Gesellschaft dafür stark gemacht haben, dass Nachtragsforderungen eines Bauausrüsters in Millionenhöhe ungeprüft überwiesen wurden.

Die Staatsanwaltschaft fordert für den angeklagten Ex-Prokuristen der Flughafen-Gesellschaft eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten wegen Bestechlichkeit im besonders schweren Fall. Zusätzlich solle er 150.000 Euro zahlen. Die Ankläger gehen davon aus, dass der Flughafen-Mitarbeiter das Bestechungsgeld aktiv forderte, er also die Triebfeder für den Deal gewesen sein soll. (Update) Das Gericht verhängte eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren.

Für den angeklagten früheren Vorsitzenden der Geschäftsleitung der Auftragsfirma Imtech Deutschland plädierte die Staatsanwaltschaft auf zwei Jahre und acht Monate Gefängnis wegen Bestechung im besonders schweren Fall. Ein weiterer Ex-Firmenmitarbeiter soll demnach eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten wegen Beihilfe zur Bestechung im besonders schweren Fall erhalten. Er soll das Schmiergeld übergeben haben. Die Staatsanwaltschaft forderte zudem, als Bewährungsauflage eine Zahlung von 10.000 Euro anzusetzen.

Die Männer hatten zum Prozessauftakt zugegeben, dass das Schmiergeld floss. Die Verteidigung plädierte darauf, im Falle einer Verurteilung Bewährungsstrafen zu verhängen.(dpa)

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